27/11/2025
WECC in Landegg – Die Zweite: Cyclocross-Drama zwischen Kälte, Sonnenschein und brennenden
Oberschenkeln
Die Vorzeichen hätten düsterer kaum sein können. Regen, Kälte, Novembergrau – die
Wettervorhersage ließ uns als Veranstalter des WECC in Landegg erschaudern, noch bevor die ersten
Startnummern ausgegeben waren. Doch der Sonntag zeigte sich gnädig: Ab 11 Uhr brach die Sonne
durch, erwärmte die frierenden Crosser und zauberte ein Leuchten auf die Gesichter der Zuschauer.
Ein Event, das nicht von selbst entsteht
Bevor überhaupt ein Rad rollt, ist Organisation gefragt. Terminfixierung, Behördenwege,
Grundstücksbesitzer und Anrainer einbinden, Sponsoren gewinnen, Zeitnehmung und Sprecher
koordinieren – ein Mammutprojekt, auch wenn es Routine zu sein scheint. Ab Dienstag hieß es dann:
Streckenbau. Vier Tage lang. Vier Kilometer Absperrband, rund hundert Holzstecken, Hindernisse,
Startgitter, Zielbogen, Transparente. Als der Kurs stand, ging es gleich zur Sache: Die AWR-
Klubmeisterschaft lud zum ersten Härtetest.
40 Minuten Querfeldein – ein Ritt an der Kotzgrenze. Lungen wie Feuer, Oberschenkel wie Lava,
Schweiß trotz 0 °C. Bernhard und Wolfgang, bereits mit einer vollen Cross-Saison in den Beinen,
dominierten diesen Showdown und machten den Klubtitel unter sich aus.
Samstag: Nachwuchs, Frauenpower und ein Männerfeld wie aus dem Bilderbuch
Der erste Renntag startete mit dem Trainingsrennen. Um 10 Uhr eröffneten die Jüngsten das
Wochenende auf einer verkürzten Runde, bevor die Damen über 2,45 Kilometer inklusive der steilen
Rodelberg-Passage antraten. Silke Mair ließ ihren Konkurrentinnen dabei nicht den Hauch einer
Chance und holte sich souverän den Sieg vor Romana Slavinec.
Der Höhepunkt des Tages folgte wenig später. Rund 40 Männer aller Klassen sprinteten nach dem
Startschuss los, reihten sich nach dem Hindernis wie Perlen an einer Schnur auf, und schon bald
bildeten sich kleine Gruppen, in denen die Führungsarbeit ständig wechselte.
Simon Petridis setzte sich schließlich klar durch und gewann vor Liam Niederwanger, der nach
technischen Problemen mit 1:19 Rückstand ins Ziel kam. Sebastian Strasser komplettierte das
Podium.
Die Lokalmatadoren Bernhard Artenjak und Wolfgang Lackner vertraten die AWR-Farben stark mit
den Plätzen 16 und 23.
Sonntag: Kleinere Felder, große Duelle
Der zweite Renntag versprach aufgrund kleinerer Starterfelder übersichtlichere, aber keineswegs
weniger spannende Rennen. Die Nachwuchsklassen MU13, WU15, MU15, WU17 und MU17 waren
zwar nur mit zehn Athleten besetzt, doch sportlich auf Topniveau.
Besonders packend:
Felix Zöchling-Geisler vs. Simon Pöll (MU13)
Matyas Palotai vs. Matteo Gamperl-Schimmel (MU15)
Bei der Elite der Damen revanchierte sich Romana Slavinec, die diesmal Silke Mair und Eva Mathilda
Riemer hinter sich ließ.
Anschließend gingen 31 Masters- und Bike-Card-Fahrer auf den Rundkurs, der unter der Sonne fast
schon glänzte. Gerald Teubenbacher holte sich den Sieg vor Gerhard Krenn und Gerald Hauer. AWR-Starter Wolfgang Lackner holte in diesem starken Feld einen respektablen 14. Platz.
Das große Finale: Ein Duell, ein Sturz und ein strahlender Sieger
Im letzten Rennen (ME/MU23/Amateure) entwickelte sich ein beeindruckender Schlagabtausch
zwischen Simon Petridis und Liam Niederwanger. Nach 40 Minuten setzte sich Liam durch und
entschied das Duell für sich.
Drama gab es um Jakob Reiter, der lange das Rennen anführte, bei den Hürden stürzte und mit
technischem Defekt ausfiel.
AWR-Fahrer Bernhard Artenjak lieferte erneut ab und wurde als Amateur starker Neunter.
Resümee: Zwei Tage, die Lust auf mehr machen
Landegg-Pottendorf präsentierte sich erneut als perfekten Austragungsort für Cyclocross-Fans:
spannende Rad-an-Rad-Duelle, ein schneller, aber für Zuschauer gut einsehbarer Kurs, Top-Stimmung
und Sport auf höchstem Niveau.
Was bleibt zu tun?
Mehr Werbung für diesen großartigen Sport. Mehr Kinder und Jugendliche an die Startlinie bringen.
Und natürlich nächstes Jahr wieder Vollgas geben – beim Cyclocross Cup 2026.
Landegg, wir sehen uns wieder!