11/09/2025
0:1-Auswärtsniederlage - Skandal-Spiel in Raiding.
Selbst Tage nach diesem Spiel in Raiding kann man unmöglich einfach wieder zur Tagesordnung übergehen. Die Geschehnisse und ihre Konsequenzen werden uns wohl noch länger begleiten, als uns allen lieb ist.
Schon im Vorfeld war klar: Ohne Kozmor, Szaffich, Mörkl, Kirchknopf, Legoza und Pazmann - und auf einem Terrain, das eher nach der Devise „Hoch und weit bringt Sicherheit" als nach Kurzpassspiel rief - würde es knifflig werden. Doch dass am Ende nicht die durchwegs fair auftretende Drabeck-Elf den Unterschied machte, auch nicht die Launen des Balles auf dem holprigen Geläuf, sondern ein kongeniales Duo in Blau, das die Partie so inszenierte, als stünde sie unter der Regie einer versteckten Kamera, konnte niemand ahnen. Ständig wartete man fast darauf, dass jemand aus dem Gebüsch springt und erklärt das Ganze sei nur ein Scherz.
Dieses Duo, besser aufeinander abgestimmt als Robben und Ribéry in ihren besten Tagen, sorgte für eine Neuinterpretation von „Robbery" (engl. Raub). Der eine mit der Fahne assistierte, der andere mit der Pfeife verwandelte eiskalt. Und wenn's mal unangenehm wurde, griff man tief in die Tasche und präsentierte die neuesten Kartentricks: Gelb, Rot, alles dabei - nur die Joker fehlten.
Das 0:1? Ein „Zuckerpass" in die Kategorie „fünf bis zehn Meter Abseits" auf einen Raidinger, der irgendwo im Niemandsland stand - vielleicht beim Schuhe binden, vielleicht beim Unkraut jäten, wir wissen es nicht. Unser Goalie, sichtlich irritiert vom fehlenden Pfiff, verzichtete aufs Eingreifen. Der Treffer zählte natürlich, schließlich kam der Ball ja „von hinten"… oder so. Logisch, oder?
Dann folgte eine Flut von Karten, bei denen man den Eindruck hatte, das Schiedsrichterteam testet gerade die Farbmodi seines Druckers. Auf beiden Seiten? Natürlich nicht. Man muss ja auch seiner „Linie" treu bleiben.
Ein weiterer Höhepunkt: unser Ausgleich in Unterzahl. Tor! Der Schiri zeigt auf den Mittelpunkt - und entscheidet Sekunden später nach dem Motto „April, April" doch auf Abseits. Statt 1:1 gab's die dritte rote Karte. Weniger Spieler, weniger unangenehme Fragen - so einfach kann Pädagogik sein, wenn man keine Antworten auf berechtigte Rückfragen hat.
Elfmeter für den SCU? Ach was, man will ja nicht inflationär pfeifen.
Weiter, aufstehen...
Am Ende blieb ein „Glanzauftritt" der besonderen Sorte: Zorn, Verzweiflung, Kopfschütteln, Gelächter - je nachdem, welche Farben man trug.
Fakt ist: Für alle ehrenamtlichen SCU-Funktionäre und Spieler war es ein Faustschlag mitten ins Gesicht. In einer Zeit, in der man landauf, landab zu Recht Respekt für Schiedsrichter fordert, zeigte dieses Duo eindrucksvoll, wie man eine solche Kampagne im Alleingang sabotieren kann.
Immerhin blieb uns am Ende noch eine bittere Pointe: Ein
Schiedsrichter-Beobachter tauchte nach Schlusspfiff auf und bestätigte unsere Wahrnehmung. „Ja, da war einiges falsch." - Ach was! Wer hätte das gedacht? Selbst die beiden MVPs in Blau mussten bei diesem überraschenden Besuch kurz schlucken.
Kurioserweise - fast so, als hätten sie den Drehbuchplan bereits geahnt
- verzichteten zahlreiche treue SCU-Fans, die auf Auswärtsplätzen selten durch stille Zurückhaltung auffallen, diesmal auf die Reise. Schließlich verbindet man Auswärtsspiele in Raiding eher mit einem Paket voller Negativerlebnisse als mit sportlicher Feinkost. So blieb es während der 90 Minuten und sogar nach dem Schlusspfiff - trotz des kuriosen Spielverlaufs - erstaunlich gesittet.
Alles Gute der Drabeck-Elf für die kommenden Aufgaben.
Jetzt heißt es Wunden lecken, Spieler aufpäppeln, bei der STRUMA vorstellig werden (ja, wir wissen, dieser Bericht wird unsere Strafen tendenziell nicht verkürzen), Strafen absitzen und mit der Resttruppe versuchen, wieder elf Mann auf den Platz zu bringen - um nächste Woche den Kr. Geresdorfern Paroli zu
bieten.
Forza SCU!💚🖤🤍