07/08/2026
Tourenbericht Steinernes Meer – 12. – 18.07.2026
Am frühen Sonntagmorgen machten sich 5 Sektionsmitglieder unter der Leitung von Charly Kudlacek auf den Weg in Richtung Nationalpark Berchtesgadener Land, um auf eine der anspruchsvolleren Bergtouren zu starten. Eine Tour, die sich letzten Endes als doch recht herausfordernd darstellte, mit großartigen Naturerlebnissen!
Etappe 1: Sonntag, 12.07.26 (Parkplatz Hinterbrand > Carl-von-Stahl-Haus)
Gegen 13:00 Uhr startete die erste Wanderung am Parkplatz Hinterbrand bei Berchtesgaden unter besten Bedingungen in Richtung Carl-von-Stahl-Haus. Bei strahlendem Sonnenschein unter Beobachtung der gesamten Watzmann-Familie erreichten wir gegen 16:00 Uhr unser erstes Etappenziel. Nachdem wir unser Bettenlager eingerichtet hatten, ließen wir bei Kaffee und Kuchen den ersten Tag R***e passieren.
Eckdaten: 5,05 km – 2:53 Std. – 666 Hm
Etappe 2: Montag, 13.07.2026 (Carl-von-Stahl-Haus > Wasseralm in der Röth)
Bereits am zweiten Tag zeigte die Tour ihre Muskeln! Am frühen Morgen machten wir uns auf den Weg zur idyllischen Wasseralm entlang wunderschöner blühender und duftender Bergwiesen, schroffen Felswänden, plätschernden Bächen, zeitweise unter Begleitung einiger Gämsen. Eine reizvolle Abkühlung und Zeit zum Verweilen bot uns auf halben Weg ein eiskalter Bergsee. Auf dem weiteren Weg oberhalb des Hintersees erreichten wir gegen 17:00 Uhr unser nächstes Ziel. Nach einem leckeren Gemüseeintopf und ein paar Kaltgetränken hieß es nach dem tollen, aber anstrengenden Tag „gute Nacht“.
Und um es vorwegzunehmen, es kam am nächsten Tag noch etwas härter!
Eckdaten: 13,04 km – 9:08 Std – 994 Hm
Etappe 3: Dienstag, 14.07.2026 (Wasseralm > Riemannhaus)
Wenn man den Beschilderungen hätte glauben können, wäre diese Etappe nach 6:15 Std geschafft gewesen. Weit gefehlt: Denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!
Nach einem ballaststoffreichen Frühstück machte sich das Team um den Tourenleiter Charly auf den Weg durch das steinerne Meer. Der Name war Programm! Eine kontrastreichere Landschaft bei Kaiserwetter ist kaum vorstellbar.
Den Cumulonimbus, zu Deutsch: Gewitterwolken schenkten wir zunächst kaum Beachtung, waren aber bereits vorgewarnt und hielten Ausschau nach möglichen Schutzhöhlen. Innerhalb weniger Minuten wurde es plötzlich dunkel und ehe man sich versah, standen wir inmitten eines Wolkenbruchs garniert mit einem grollenden Gewitter, Eisregen und einem Temperatursturz von über 20°C. Zitat Anne-Marie: „Wir standen da wie die Pinguine!“
Nachdem wir auch dieses Erlebnis unbeschadet überstanden hatten, und sich in kürzester Zeit das Wetter wieder von seiner besten Seite zeigte, machten wir uns weiter in Richtung des nächsten Etappenziels.
Entlang der Schönfeldspitze sollten wir unsere nächste Unterkunft bald erreichen. Wenn nur die falschen Angaben hinsichtlich der Gehzeiten seitens der zuständigen Sektion und wir nicht so gutgläubig gewesen wären…
Gegen 18:00 Uhr sind wir völlig erschöpft am Ziel angekommen. Aber nach dem leckeren Abendessen waren die Strapazen der vorangegangenen Stunden schon fast wieder vergessen. „Schwer aerob“ meldete die App bezüglich der vorangegangenen Tour und wir waren überaus stolz, dass wir das als Team geschafft haben.
Eckdaten: 12,03 km – 10:16 Std – 1.285 Hm
Etappe 4: Mittwoch, 15.07.2026 (Riemannhaus > Peter-Wiechenthaler-Hütte)
Der heutige Tag passte perfekt ins Programm, um die Wunden des Vortages zu lecken. Bei sommerlichen Temperaturen im Schatten der umliegenden Gipfel Persailhorn, Breithorn und Sommerstein ging es zunächst stetig bergauf. Der alpine Hochsommer zeigte sich von seiner schönsten Seite und selbst der Abstieg zur Hütte war ein wahrer Augenschmaus! Ein grandioser Blick von der Peter-Wiechenthaler-Hütte am Rande des steinernen Meeres auf Saalfelden, Leogang, Zell am See und Kaprun mit der Hintergrundkulisse von Großglockner, Großvenediger und einigen weiteren Dreitausendern, sowie leckeren Speisen und Getränken, sowie einem ausgiebigen Sonnenbad ließ die Strapazen der beiden letzten Tage schnell vergessen.
Eckdaten: 6,61 km – 5:05 Std – 303 Hm
Etappe 5: Donnerstag, 16.07.2026 (Peter-Wiechenthaler-Hütte > Ingolstädterhaus)
Aus gesundheitlichen Gründen konnten Ralf und Melly die Tour nicht zu Ende gehen und traten am Morgen den Abstieg und somit die Heimreise an. Die verbliebenen vier Bergfreunde setzten ihre Reise zum nächsten Ziel fort. Bei leichter Bewölkung und angenehmen Temperaturen erreichten wir gegen Mittag das Ingolstädterhaus. Nach einer kurzen Verköstigung mit Kaffee und Kuchen stellten sich Anne-Marie, Dirk und Charly der nächsten Herausforderung und bestiegen den nahegelegenen Großen Hundstod, während sich Yildiz eine kleine Auszeit gönnte und sich um unser Nachtquartier kümmerte.
Ein Gipfel war dann doch nicht genug und somit bezwangen wir auf dem Rückweg zur Hütte auch noch den Gipfel des Kleinen Hundstod.
Eckdaten: 11,19 km – 7:38 Std. – 1365 Hm
Etappe 6: Freitag, 17.07.2026 (Ingolstädterhaus > Wimbachgrieshütte > Berchtesgaden)
Unverhofft kommt oft! Die Wetterprognose für Samstag verhieß nichts Gutes: Dauerregen, schwere Gewitter und starke Windböen zwangen das Quartett dazu, die Tour an diesem Tag zu beenden und die Heimreise anzutreten. Der Abstieg vom Ingolstädterhaus zur Wimbachgrieshütte verlangte noch einmal alles ab. An der Wimbachgrieshütte angekommen stornierten wir unsere Reservierung und stärkten uns noch einmal mit Kaffee und Kuchen, bevor wir dann endgültig nach Berchtesgaden abstiegen.
Mit einem lachendenden und weinenden Auge hieß es dann Abschied nehmen von Watzmann & Co. Voller Wehmut, aber auch voller Freude über das Erlebte traten wir am frühen Nachmittag die Heimreise nach Rüsselsheim an.
Eckdaten: 15.91 km – 5:50 – 276 Hm
Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer, die in jeder Hinsicht und jederzeit für Unterhaltung gesorgt haben. Wir sehen uns wieder :-) In dem Sinne: Alles Gute - auf die nächsten Abenteuer!
Text und Fotos: Dirk Schweser