20/10/2026
Ich bin etwas irritiert!
Sehr geehrte Sportbegeisterte, geschätzte ehrenamtliche Steirerinnen und Steirer, liebe Sportlerinnen und Sportler, geehrte Steiermärkische Landesregierung!
Es ist nicht lange her, da hat man in Österreich über die Einführung weiterer Turnstunden diskutiert, was mich persönlich sehr zuversichtlich gestimmt hat.
Man könnte das Gesundheitssystem dadurch nachhaltig entlasten, denn physische und psychische Erkrankungen lassen sich durch regelmäßige Bewegung an der frischen Luft weitgehend eindämmen.
Viele Kinder und Jugendliche leiden bereits an Fettleibigkeit, dadurch entstandene Gelenksprobleme, Zuckerkrankheit, einer Fettleber, Verdauungsproblemen und nicht zuletzt an psychischen Problemen, herbeigeführt durch einen Mangel an Perspektiven und den Alltagstrott vor dem Bildschirm, verbunden mit entbehrlichen, leider immer weniger realitätsfremden Spielen am PC und Mobbing in Sozialen Medien.
Was bedeutet das für unser Gesundheitssystem in den nächsten Jahrzehnten?
Die Arzt- Kurkosten werden in die Höhe schnellen, das Psychologiestudium wird ob dem lukrativen Geschäft eine Hochkonjunktur erleben, Kinder werden bereits in jungen Jahren mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben, welche man früher ab einem Alter von etwa 70 Jahren beim Arzt mit folgenden Worten erklärt bekommen hat:“ Beweg di a bissl mehr, geh an die frische Luft und schau wieder mehr auf die Ernährung!“
Wer wird dieses Gesundheitssystem finanzieren, vor allem, wenn die potenziellen Einzahler selbst die Besten „Klienten“ des Systems sind und immer öfter nicht in der Lage sind, den Dienstort aufzusuchen.
Die Kündigung ist die Folge und mit dem Aktivwerden des Arbeitsamtes kostet die Causa der Allgemeinheit dann wieder eine beträchtliche Summe.
Aber ich habe eine gute Nachricht!
Die Steirischen Sportvereine mit all ihren ehrenamtlichen Mitarbeitern beschäftigen sich sehr gerne 7 Tage in der Woche damit, unseren Kindern und Jugendlichen Bewegung an der Frischluft, Sport, ehrlichen Vergleich mit Gleichaltrigen, „echte“ soziale Kontakte und ein verlässliches, bis ins Erwachsenenalter andauerndes Umfeld zu bieten.
Und es kommt noch besser, denn neben dem mehr als überschaubaren Kostenaufwand für die Eltern, da die Vereine ehrenamtlich unterhalten werden, wird unser Gesundheitssystem nachhaltig über viele Jahrzehnte enorm entlastet!
Ist das Ehrenamt nicht eine hervorragende Erfindung der Menschheit?
Ich rede nicht nur von den Sportvereinen, auch andere Vereine, gespickt mit Ehrenämtern, tragen zu einem „gesunden“ Aufwachsen unserer Kinder und einem unvergleichbaren, sozialen Miteinander auch im Erwachsenenalter bei.
Dass man den Sparstift nun bei den Subventionen der Vereine ansetzen möchte, ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht des Ehrenamtes der Steiermark und die gesunde Zukunft unserer Kinder, sondern auch der schleichende Tod unserer einst so hochgelobten Gesundheits- Sozialsysteme.
Wenn ich Länder, welche wir vor vielen Jahren noch belächelt haben, nun diesbezüglich ansehe, so sind wir mittlerweile eher das „Entwicklungsland“, aber in eine zweifelhafte Richtung.
Mein Apell richtet sich an all Jene, die die nachhaltige Entwicklung unseres Landes verantworten und am Morgen aufrecht in den Spiegel schauen möchten!
Danke an alle Eltern, die den Weg ins Vereinsleben für sich und ihre Kinder gewählt haben!
Ich denke, ihr habt es noch nicht bereut!
Liebe Grüße aus Scheifling, der Obmann des SV ET König Scheifling 1946, Andreas Pirker