25/02/2024
Dein Pferd reißt sich los, stellt sich quer, rennt los, bockt, bleibt stehen, schlurft oder schmeißt sich sogar auf den Boden?
Du ziehst an der Longe, schimpfst, bettelst, bist verzweifelt und hast dann natürlich auch keine Lust mehr. Genau wie dein Pferd. Es hat aber allen Grund dazu, sich zu wehren. Jemand hat versäumt, deinem Pferd beizubringen, sich auf gebogener Linie gerade zu richten. Es kann nicht! Das hat Verhaltensauffälligkeiten und gesundheitliche Probleme zur Folge wie Verspannungen, Sehnen oder Gelenkprobleme.
Nur ein gleichmäßig gut bemuskeltes Pferd kann dich tragen. Gleichmäßig bekommst du dein Pferd nur, wenn du es geraderichtest.
„Reite ich halt geradeaus.“ - Na ja. Pferde lernen nur auf der gebogenen Linie in sich gerade zu richten.
Hufschlagfiguren sind nicht umsonst seit 3000 Jahren fester Bestandteil der Pferdeausbildung.
Dein Pferd ist schief. In allen Richtungen. Es läuft nicht auf dem Hufschlag der Volte oder liegt wie ein Motorradfahrer in der Kurve. Es hat keine Anlehnung und versucht irgendwie die Balance auf der gebogenen Linie zu halten.
Die Gassen:
Die Gassen geben deinem Pferd einen Rahmen! Eine Volte oder ein Zirkel ohne Begrenzung gleichmäßig zu longieren ist immer sehr schwierig! Baue dir die 8m Quadratvolte auf und dein Pferd hat einen Rahmen und eine Struktur, indem es sich zurechtfinden kann.
Der Kappzaum:
Longieren am Gebiss empfinden wir als tierschutzwidrig, weil immer seitlicher Zug und dein Pferd dazu noch nicht ausbalanciert ist. Da kannst du noch so eine feine Hand haben. Die Unterkieferknochen des Pferdes sind eng beieinander und kein Gebiss liegt ruhig, wenn das Pferd in der Bewegung ist und seitlicher Zug, auch wenn er minimal ist, ausgeübt wird. Pferde halten sich automatisch fest und verspannen sich. Mit dem Kappzaum kannst du dein Pferd über die Nase stellen. Und du schonst das empfindliche Maul, auch wenn dein Pferd mal den Kopf nach außen stellt.
Longe:
Halte Verbindung mit der Longe zum Kappzaum. Die Longe lässt sich gut zwischen drei Fingern halten, damit vermeidest du auf jeden Fall zu ziehen. Achte darauf, dass die Longe nicht zu lang ist und sie dich in deinem Handling behindert.
🐎 Begleite dein Pferd in der Quadratvolte. Dein Abstand zu dem Pferd ist individuell.
🐎 Achte darauf, dass dein Pferd loslässt. Nur dann kann sich dein Pferd beginnen im Genick zu stellen. Du weißt ja. Ohne Stellung keine Biegung.
🐎 Wähle das individuelle Tempo für dein Pferd dazu. Viele Pferde sind zu schnell. Beginne im Schritt. Ausnahmen bestätigen die Regel. Es gibt Pferde, die sich besser im Trab lösen.
🐎 Gib nach, wenn dein Pferd sich verspannt und lass es kurz aus der Anlehnung. Sobald es sich entspannt, stellst du diese wieder her.
🐎 Achte auf deine Körpersprache. Ist dein Pferd aufgedreht, nimmst du die Spannung aus deinem Körper. Schultern hängen lassen, Kopf und Blick nach unten richten, Brustkorb fallen lassen. Ist dein Pferd etwas behäbiger, bringst du Spannung in deinen Körper. Kopf hoch, Schultern nach hinten, Brustkorb aufrichten.
🐎 NICHT ZIEHEN!!! Jede noch so feine Bewegung kommt auf der Nase deines Pferdes an und kann es aus sogar aus dem Gleichgewicht bringen. Halte dir dein Pferd kooperativ.
Michael Geitner. www.pferde-ausbildung.de Alexandra Schmid www.pferdetraining-allgaeu.de
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