17/06/2026
Ich habe lange geglaubt, dass Entwicklung anstrengend ist.
Therapie war anstrengend.
Seminare waren anstrengend.
Unbequeme Fragen waren anstrengend.
Aber rückblickend war das gar nicht das, was mich erschöpft hat.
Erschöpft hat mich etwas anderes.
Ich bin ein Stück gewachsen.
Dann habe ich mich umgedreht.
Jemand, den ich liebte, hatte Angst.
War verletzt.
War verunsichert.
Und ich konnte das kaum aushalten.
Also bin ich zurückgegangen.
Habe erklärt.
Mich gerechtfertigt.
Mich kleiner gemacht.
Gewartet.
Bis es dem anderen besser ging.
Dann bin ich wieder losgegangen.
Und wieder zurück.
Und wieder los.
Irgendwann habe ich verstanden, dass viele Frauen nicht an ihrer Entwicklung müde werden.
Sie werden müde davon, ständig zwischen zwei Ufern zu pendeln.
Zwischen dem Menschen, der sie einmal waren,
und dem Menschen, der sie werden.
Zwischen der Loyalität zu anderen
und der Loyalität zu sich selbst.
Du musst niemanden zurücklassen.
Du musst niemanden beschämen.
Du darfst einladend bleiben.
Aber Entwicklung bedeutet manchmal, den Schmerz auszuhalten, dass andere nicht im selben Tempo gehen.
Manchmal besteht Liebe darin, stehen zu bleiben und zu sagen:
„Ich gehe weiter. Und du bist willkommen, mitzukommen.“
Welche Stelle im Karussell hat dich am meisten berührt?
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