13/04/2026
Aus dem Vorwort unseres April Newsletters. Abseits vom Alltagsrauschen teile ich hier gerne meine Gedanken, was mich bewegt:
Die Dinge laufen selten streng hintereinander.
Und Gefühle sind fast nie eindimensional.
Das Leben ist geprägt von Gleichzeitigkeit, Ambivalenz und Wechselwirkung.
Wie im April Schnee, Regen, Sonnenschein und Hagel miteinander wetteifern. Gerade ist so eine Zeit - auch bei mir.
Kristina ist in Babypause – etwas Schönes, etwas Neues beginnt. Und gleichzeitig fehlt sie hier im Dorfsalon natürlich: ihre Art, ihre Energie, ihr Platz im Alltag.
Während sich dort ein neues Leben sortiert, bekommen wir auch hier im Café Nachwuchs: Maria Schulz wird in unseren Cafébereich einsteigen. Neue Begegnungen, neue Abläufe, ein bisschen Aufbruch.
Ein Markt läuft richtig gut – wunderbare Gespräche, tolle Umsätze. Man fährt heim mit diesem warmen Gefühl: Das war gut.
Und ein paar Tage davor sitzt man über der Jänner-Buchhaltung und beim Blick auf die Zahlen werden die Gesichter länger.
Hier entspannter Stolz – da gleichzeitig Druck.
Oder beim Töpfern:
Ich arbeite konzentriert an der Entwicklung eines Tellers, alles passt, die Form stimmt, die Hände wissen genau, was sie tun. Und beim nächsten Stück passiert wieder ein Anfänger*innenfehler.
Freude und Wehmut.
Stolz und Zweifel.
Souveränität und Unsicherheit. Ich frag mich dann, bin ich im Normbereich? :)
Und dann steht da draußen in unserem Garten der Ginkgo. Einer der ältesten Bäume der Welt. Er hat Eiszeiten überstanden, Städte, Stürme, Veränderungen. Und jedes Jahr macht er dasselbe: Er lässt los, was war, und treibt wieder neu aus.
Vielleicht liegt darin etwas, das wir von ihm lernen können:
dass Wandel kein Störfall ist, sondern Teil des Lebens.
Nichts ist wirklich von Dauer. Dinge gehen, andere kommen. Manches gelingt, manches misslingt – und auch das bleibt nicht so.
Vielleicht müssen wir uns gar nicht entscheiden, was davon gerade gilt.
Vielleicht darf einfach alles gleichzeitig da sein.
Diesem Gedankenspiel kann ich so viel abgewinnen, in mich hineinlächelnd lehne ich mich auf dem sonnigen Bankerl zurück und genieße das Vogelgezwitscher.
Alles Liebe,
Michi vom Dorfsalon