04/08/2026
Es hat mich länger beschäftigt, als ich erwartet hätte.
Nicht, weil mich diese Reaktion verletzt hätte.
Sondern weil sie etwas sichtbar gemacht hat, das wir alle kennen.
Manche Berufe bringen sofort Anerkennung.
Andere muss man erklären.
Oder – noch schlimmer – rechtfertigen.
Früher hätte ich genau das getan.
Ich hätte erzählt, dass ich eigentlich Juristin bin.
Dass ich auch noch juristisch arbeite.
Dass ich eine Unternehmensberatung habe.
Dass mein Konzept viel mehr ist als „nur Yoga“.
Einfach, damit mein Gegenüber versteht, dass ich trotzdem etwas „Richtiges“ mache.
Diesmal habe ich das nicht getan.
Ich habe nur gesagt:
„Ich bin Yogalehrerin.“
Und zum ersten Mal hatte ich nicht das Bedürfnis, diesen Satz größer zu machen.
Denn die Wahrheit ist:
Ich liebe die Juristerei.
Sie hat mich geprägt.
Sie hat mich denken gelehrt.
Aber sie war nie der Ort, an dem ich mich lebendig gefühlt habe.
Heute arbeite ich anders.
Ich begleite Menschen.
Ich unterrichte Yoga.
Ich coache.
Ich schreibe.
Ich baue Räume auf, in denen Menschen wieder bei sich selbst ankommen.
Nicht, weil es weniger anspruchsvoll ist.
Sondern weil es meine Wahrheit ist.
Und genau darum geht es.
Nicht darum, welchen Titel auf deiner Visitenkarte steht.
Nicht darum, wie beeindruckend dein Lebenslauf klingt.
Sondern darum, ob deine Augen leuchten, wenn du erzählst, was du tust.
Denn am Ende ist es völlig egal, was du machst.
Ich wünsche mir nur, dass du das tust, wofür dein Herz schlägt.
Denn genau das macht einen Beruf wertvoll.
Nicht die Anerkennung der anderen.
Sondern die Ehrlichkeit, mit der du ihn lebst.