13/04/2026
👩🏫 Thema Reitlehrer 🐎
„Warum weißt du so viel?“
„Warum hörst du das?“
Fragen, die im Reitunterricht öfter fallen, als man denkt.
Zum Beispiel dann, wenn ein Reitlehrer erklärt, dass ein Pferd plötzlich nicht „bockig“ ist, sondern schlicht von Lichtflecken am Boden irritiert wird, weil ein Pferdeauge anders funktioniert als das eines Menschen.
Oder wenn ein lockeres Eisen schon gehört wird, lange bevor es jemand sieht.
Ist das Zufall?
Nein.
Das ist Erfahrung.
Geschulte Wahrnehmung.
Und vor allem: Jahre an Beobachtung.
Ein guter Reitlehrer sieht nicht nur, was passiert.
Er versteht, warum es passiert.
Ein Reitlehrer ist längst nicht mehr nur der, der in der Mitte steht und Anweisungen ruft.
Er ist:
– Trainer
– Beobachter
– Motivator
– Erklärer
– manchmal auch Seelentröster
Und ja… gelegentlich auch jemand, der dem Reitschüler „in den Ar... kriechen muss“, damit dieser überhaupt wiederkommt.
Denn die Realität ist:
Ohne Reitschüler kein Betrieb.
Ohne Betrieb keine Pferde.
Ein Reitlehrer sollte sein Handwerk gelernt haben.
Nicht in einem Wochenendkurs.
Nicht irgendwo online.
Sondern fundiert, nachvollziehbar und überprüfbar.
Zum Beispiel über Organisationen wie Österreichischer Pferdesportverband (OEPS) oder die Fédération Équestre Internationale (FEI)
Und noch wichtiger:
Er sollte erklären können, warum etwas so gemacht wird.
Nicht nur: „Mach das so.“
Sondern: „Mach das so, weil es für die Anatomie und Bewegung des Pferdes sinnvoll ist.“
Was oft vergessen wird, Reitlehrer sind keine Maschinen.
Sie sind Menschen.
Menschen, die:
– zum fünften Mal denselben Fehler erklären
– zum siebten Mal ein falsch gesatteltes Pferd sehen
– und trotzdem versuchen, ruhig zu bleiben
Und ja, manchmal gelingt das nicht perfekt.
Was auch Reitschüler (und Eltern) mitbringen sollten:
-Zuhören
-Abspeichern
-Umsetzen
Und hin und wieder einfach glauben, was gesagt wird, auch wenn man es selbst noch nicht komplett fühlt oder versteht.
Eltern dürfen übrigens auch mitdenken.
Und vielleicht darauf achten, dass ihre Kinder nicht jahrelang irgendwo „mitlaufen“, ohne wirklich etwas zu lernen.
Ein Blick auf die Pferde sagt oft alles
Ein guter Reitbetrieb erkennt man nicht an schönen Worten.
Sondern an seinen Pferden.
Wer seine Schulpferde über Jahre gesund, motiviert und leistungsfähig hält, macht etwas richtig.
Wer jedes Jahr neue kaufen muss… eher weniger.
Und zum Schluss, ganz ehrlich
Ein moderner Reitlehrer ist oft mehr als nur Ausbilder.
Er soll:
– Wissen vermitteln
– Pferde gesund halten
– Reitschüler motivieren
– Eltern beruhigen
– Ausrüstung im Blick haben
– und manchmal gefühlt auch noch Schuhe binden und Zöpfe flechten
Alles gleichzeitig
Immer freundlich
Immer geduldig und
Immer professionell
❤️ 🐴