07/09/2026
„Im Vergleich mit anderen sehen wir oft nur das, was uns vermeintlich fehlt – und übersehen dabei, was längst in uns ist.“
Ich vergleiche mich.
Und ja – auch ich ertappe mich immer wieder dabei.
Andere scheinen erfolgreicher, sichtbarer, besser in dem, was sie tun. Und plötzlich taucht dieser Gedanke auf:
Bin ich eigentlich gut genug in dem, was ich mache?
Die Yogaphilosophie kennt solche inneren Mechanismen schon seit Jahrhunderten. Patañjali beschreibt in den Yoga Sutras die fünf Kleshas – geistige Muster, die unsere Wahrnehmung trüben und Leiden entstehen lassen: Avidyā, Asmitā, Rāga, Dveṣa und Abhiniveśa. (University of Patanjali)
Vergleichen selbst ist kein eigenes Klesha. Aber vieles davon findet sich darin wieder:
Asmitā – die Identifikation mit unserem Ich und dem Bild, das wir von uns haben.
Rāga – das Verlangen nach etwas, das wir bei anderen sehen.
Dveṣa – die Ablehnung dessen, was wir an uns selbst gerade nicht mögen.
Und dahinter steht Avidyā – vereinfacht gesagt das Nicht-Erkennen dessen, was wirklich ist. (University of Patanjali)
Genau hier kann Yoga so wertvoll sein.
Nicht nur auf der Matte, sondern mitten im Leben. Yoga lädt uns ein, den Blick wieder nach innen zu richten und wahrzunehmen, ohne uns ständig an anderen zu messen.
Nicht:
Bin ich so gut wie die anderen?
Sondern:
Was kann ich? Was macht mich aus? Und ist das, was ich tue, stimmig für mich?
Vielleicht müssen wir gar nicht aufhören, uns zu vergleichen. Vielleicht dürfen wir einfach lernen, schneller zu bemerken, wenn wir dabei beginnen, unseren eigenen Wert aus den Augen zu verlieren.
Denn der Weg eines anderen sagt nichts über den Wert des eigenen aus. 🌿
Wo ertappst du dich manchmal beim Vergleichen?