03/06/2026
Wer sagt uns eigentlich, dass wir alles wissen, alles können und alles schaffen müssen?
Diese Frage beschäftigt mich schon seit längerer Zeit.
Vielleicht, weil ich viele Jahre mit Menschen gearbeitet habe, die unter enormem Druck stehen.
Ich habe erlebt, wie sehr Menschen durch ihren Beruf belastet werden können. Wie schwierig es ist, ständig Erwartungen zu erfüllen, Verantwortung zu tragen und trotzdem freundlich, aufmerksam und leistungsfähig zu bleiben.
Und irgendwann habe ich gemerkt, dass mich das Thema nicht nur beruflich beschäftigt.
Sondern auch persönlich.
Bei mir waren es keine spektakulären Warnzeichen.
Es waren eher die kleinen Dinge.
Meine Haut reagierte auf Stress.
Meine Atmung wurde flacher.
Treffen mit Freunden wurden anstrengend.
Und irgendwann hatte ich eine Erkenntnis, die mich ziemlich erschreckt hat:
Ich konnte mich nicht erinnern, wann ich zuletzt wirklich herzlich gelacht hatte.
Nicht höflich gelächelt.
Nicht kurz geschmunzelt.
Sondern aus vollem Herzen gelacht.
Dabei war mein Leben eigentlich gut.
Ich hatte eine Arbeit, die mir Freude gemacht hat.
Ich bekam Anerkennung.
Ich hatte Menschen um mich herum, die mir wichtig waren.
Und trotzdem war da etwas aus dem Gleichgewicht geraten.
Heute glaube ich:
Viele Menschen sind nicht deshalb erschöpft, weil sie zu wenig leisten.
Sondern weil sie zu lange versuchen, allem gerecht zu werden.
Sie wollen alles wissen.
Alles schaffen.
Für alle da sein.
Und vergessen dabei manchmal sich selbst.
Deshalb beschäftigt mich das Thema Stressmanagement.
Nicht, weil ich glaube, dass wir ständig an uns arbeiten müssen.
Sondern weil ich glaube, dass wir wieder lernen dürfen, auf uns selbst zu hören.
Nicht um egoistischer zu werden.
Sondern um für die Menschen, die uns wichtig sind, da sein zu können.
Und auch für uns selbst.
Mich würde interessieren:
Wann hast Du zuletzt gemerkt, dass Dir eigentlich alles ein bisschen zu viel geworden ist?