03/09/2018
Top 20-Platzierung bei der Ironman 70.3 Weltmeisterschaft in Port Elizabeth (Südafrika)!
Am vergangenen Sonntag stand nach fast einjähriger Vorbereitung endlich mein Saisonhighlight an: Die Weltmeisterschaft über die Ironman Halbdistanz im 10000 Kilometer entfernten Port Elizabeth (SA). War die Saison bisher krankheits- und verletzungsfrei verlaufen, hatte ich ausgerechnet die letzten Tage vor dem Rennen mit einer starken Erkältung zu kämpfen, die jedoch noch rechtzeitig verflog.
So stand ich also am Wettkampfmorgen bei leichtem Nieselregen und 15°C in der 2700 Räder fassenden Wechselzone, um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Zugegeben: Ich war noch nie so aufgeregt - auch wenn ich mir einredete, dass diese Aufregung allein positiver Natur sei :D . Meine Altersklasse 25-29 wurde als eine der letzten Startgruppen um 9:10 Uhr, also 1:40 h nach den Profis um Frodeno, Brownlee und Gomez gestartet, sodass erst einmal Geduld gefragt war.
Das Schwimmen im indischen Ozean, organisiert im mittlerweile etablierten Rolling-Start Verfahren (alle 15 Sekunden 10 Athleten), verlief für mich unkompliziert und durchaus erfreulich. Nach 29:40 min für die 1900 m (1:34 min / 100m) erreichte ich gebeutelt von einigen gewaltigen Wellen als 92. die Wechselzone.
Auf dem Rad galt es zu Beginn, einen guten Rhythmus zu finden, was sich aufgrund der sehr vollen Strecke schwierig gestaltete (der Veranstalter hatte direkt vor uns deutlich langsamere Altersklassen starten lassen - warum auch immer!?). Häufig musste ich in dritter Reihe überholen und die langsameren Konkurrenten per Zuruf ans Rechtsfahrgebot erinnern (O-Ton eines angelsächsischen Leidensgenossen: "Why can't you idiots just keep fu***ng right!?" :P ). Das kostete zwar Nerven, allerdings gab das Gefühl des "Schneller-Seins" auch einen gewissen motivationalen Antrieb :) . Die erste Hälfte der 90 Kilometer legte ich leicht über meiner angestrebten Wattleistung zurück, bremste mich aber auf dem Rückweg bewusst, um die Laufbeine nicht zu sehr zu beeinträchtigen. Da ich die Strecke aufgrund meiner Erkältung im Vorfeld nicht komplett abgefahren war, war ich doch etwas überrascht von den beträchtlichen Höhenunterschieden (fast 800 Höhenmeter), die mir renntaktisch jedoch entgegen kamen. Zudem muss erwähnt werden, dass die Asphaltqualität zu keiner Zeit eines Weltmeisterschaftsrennens würdig war. Bei den heimischen Dorf-Triathlons findet man nirgends so unebene und raue Abschnitte. Immerhin entschädigte dafür die beeindruckende Landschaft und ein interessierter Affe am Straßenrand. Nach einer soliden Aufholjagd mit der 20. Radzeit der AK wechselte ich nach 2:19 h im Sattel (38,7 km/h; 300 Watt) auf die 21 Kilometer lange Laufstrecke. Diese führte in zwei Wendepunktrunden mit jeweils zwei längeren Anstiegen auf der autobahnähnlichen Küstenstraße entlang.
Auch hier ging ich - getrieben von den nie abreißenden Anfeuerungen des internationalen Publikums - aggressiver an als geplant. Nach 15 Kilometern lag ich mit einem Kilometer-Schnitt von 3:47 min sehr gut im Rennen. Im letzten Viertel des Rennens ließ ich etwas Federn, ohne jedoch komplett einzubrechen. Auf dem letzten Kilometer nahm ich dann sogar bewusst etwas Tempo raus, um die letzten Momente in dieser einmaligen Atmosphäre aufzusaugen und zu genießen. Die 1:21 h (3:52 min/km; 21. Zeit) trugen schließlich zu meiner bisher besten Mitteldistanz-Gesamtleistung bei. Nach 4:16:42 h lief ich schließlich 100% zufrieden als 19. der AK 25-29 (von 213 Athleten) und 84. gesamt (von über 2000 inklusive Profis) durch den Zielbogen. Top 20: Das hatte ich im Vorfeld nicht erwartet! :)
Der Dank für dieses erfeuliche Ergebnis geht an Katharina Maria, die Tag ein, Tag aus meine Triathleten-Spinnereien erträgt 😘 und an meine Eltern, die mich vor Ort betreut haben und generell unterstützen, wo sie können (danke, Rainer Tietz für den risikoreichen Wetteinsatz :D ). Außerdem danke an Olaf Schulze (TV Bad Mergentheim Schwimmsport), der mich über weite Strecken der Saison im Schwimmtraining betreut und mir die richtigen Prioritäten aufgezeigt hat und an meinen Berater und Ex-Coach, To Erb, mit dem ich regelmäßig im Austausch bin.
Last but not least: Velo Momber, eure BMC Time Machine hat mal wieder geschnurrt wie ein Kätzchen :P .
Nun genieße ich die nächsten drei Tage noch ein wenig Südafrika, um dann nächste Woche ins Referendariat einzusteigen. Sportlich geht es für mich in den nächsten 1-2 Jahren aufgrund anzunehmenden Zeitmangels zurück auf die kurzen Distanzen: Ein bisschen Speed schadet nie!
Vielen Dank an Alle fürs Daumendrücken und Mitfiebern!
TT