Hella Mohr - Reitkunst & Reha

Hella Mohr - Reitkunst & Reha Reitunterricht und Beritt. Ich begleite dich und dein Pferd auf eurem Weg zu mehr Balance

Nach Vereinbarung: Teilberitt und Vollberitt, Reitstunden auf dem eigenen oder auf einem Lehrpferd, Lehrgänge auf ihrer Anlage...

13/05/2026

Vertrauen ist zerbrechlich, die Zeit in der ich Angst ausknipsen kann ist vorbei. Das habe ich deutlich mit Emma gemerkt. Leider ist sie mir wahrscheinlich mit meiner Babypause körperlich wieder um die Ohren geflogen. Zu Emmas Geschichte. Ich habe sie als Steiger übernommen, und es wurde klar, dass das aus Schmerz geschah. Ich musste sie einmal spritzen lassen und habe sie dann über das Training ziemlich stabilisiert. Mit der weniger Arbeit und wahrscheinlich meinem verrückten Fokus auf Kind und Familie ist mir entgangen, was es mit ihr gemacht hat. So kamen wir leider in die Situation, dass sie auch unter mir mir deutlich sagen musste, dass hier jetzt nichts mehr geht. Senkrecht stehen mit einem 1,80 großen Pferd, welches weder sich noch seine Umgebung mehr wahrnimmt in diesem Schmerztunnel. Ich hatte noch nie in meinem Leben so Angst auf dem Pferd. So hab ich den Raum gegeben. Aufgewachsen mit dem Tenor: man muss sich wieder draufsetzen. Du musst die Angst in den Griff kriegen. Wenn man das Ganze anders angeht, merkt man, dass die Angst mein Freund war, denn dieses Pferd ist unter Schmerzen nicht zurechnungsfähig. Abgesehen davon, dass es tierschutzwidrig ist, sie zu reiten, während sie Schmerzen hat. Und ich glaube, so geht es vielen Reitern und ich glaube tatsächlich, so geht es auch vielen Pferden, die gefährlich sind. Jetzt habe ich uns beiden sehr viel Zeit gelassen circa ein Jahr. Ich habe mir aber vorgenommen, was ich einmal geschafft habe schaffe ich auch noch mal. D.h. ich werde sie wahrscheinlich nach Befundung spritzen lassen und dann wieder aufbauen.

12/05/2026

Ich hab ein Problem mit Worten, denn Worte sind so unglaublich ungenügend, um den Zustand zu beschreiben, in dem das Pferd sich befindet, wenn es mit dem Reiter in Harmonie ist. Und ich glaube jeder weiß was ich da meine und doch glauben die meisten nicht, dass dieser Zustand in der Realität auch existiert. Wie soll man beschreiben, dass sich etwas kraftvoll anfühlt, während man nichts dafür tun muss. Jemand anders wird diese Worte dann interpretieren als: das Pferd muss mehr Spannung haben also kreiere ich mehr Energie. Wie soll man beschreiben, dass etwas weich ist, wenn die Interpretation daraus macht, es muss bedingungslos nachgeben.
Ich will reiten wie von Zauberhand Aber wie sollte man denn Zauberei nun beschreiben. Interpretiert jemand aus diesem Worte doch vielleicht Betrug also im geschlossenen Kämmerlein mit Methoden üben und vor Publikum vorführen. Willst du dann noch erklären, dass du zwar Methoden brauchst, Aber dass du mit diesen Methoden niemals zum Reiten wie vom Zauberhand findest. Es ist viel eher der perfekte Tag. Es ist wieder der perfekte Tanz. man kann es nicht erklären. An diesem Tag stimmt alles. Aber wie soll ich das erklären, dass man jetzt an keinem Tag an den perfekten Tanz denken darf?!

12/05/2026

Ich denke, man hört mir an, wie erleichtert dich bin. Am schwierigsten, finde ich für mich tatsächlich mental wirklich loszulassen. Ich bin unglaublich ehrgeizig und tägliche Pflege und Behandlung dauert jetzt einfach schon vier Jahre. Sich da im Kopf nicht festzubeißen …wie macht man das? Du kannst ja nicht gleichzeitig jeden Tag investieren und trotzdem denken es kommt, wie es kommt. Habt ihr Tipps gerne her damit. Bonita hat die Kurve gekriegt. Mein Ultimatum war Juni. Ich weiß trotzdem manchmal nicht, ob ich da jetzt lachen oder weinen soll. Ich wollte diesen Moment mit euch teilen, denn das ist eigentlich das, was mich an ihr festhalten lässt. Schaut euch ihr Wesen an.

10/05/2026

Wir lassen uns so viel von äußeren Bildern leiten und das, was hier mein Plan mit Emma war, dass sie mich ins System lässt. Es ist unglaublich, wenn man das erste Mal auf einem Pferd, welches noch nie die Türen geöffnet hat, fühlt, dass man plötzlich Zugriff hat. Was bedeutet Zugriff hier? Das bedeutet nicht, sie ist gehorsam an meinen Hilfen. Das bedeutet sie passt sich meinem Tonus an. Sie kann loslassen, wenn ich loslasse. Sie kann Takt spüren, wenn ich Takt spüre. Sie versucht, ihre Bewegung mit meiner zu synchronisieren, weil ich versuche, meine Bewegung mit ihrer zu synchronisieren. Wenn das im reiten mein Ziel ist, wird es leicht auf Lektionen und Spannung zu verzichten. Oft führen wir diese sowieso nur aus, weil wir Angst hätten ohne sie würde etwas schlechter werden. Stellt euch vor, euer einziger Plan in der Einheit ist die Synchronisation. Wie entspannt müsst ihr beide sein, damit eure Körper sich im Einklang bewegen könnten?! Das System öffnen, das ist mein GameChanger im reiten gewesen. Ich habe mich irgendwann immer gefragt. Wofür mache ich das? Ist das Leckerchen eine Entschuldigung? Wieso fühlt sich mein Pferd fest an, obwohl ich vermeintlich gut trainiert habe? Wir arbeiten eben nicht nur mit einem Körper. Pferde stehen auf Synchronisation. Das ist was in einer Herde das Überleben sichert. Versuch doch mal nur mit eurem Pferd euch zu synchronisieren und dann die Energie, den Tritt das Tempo zu beeinflussen, ohne dass man dabei auch nur eine Hilfe gibt.

10/05/2026

Da war’s fast soweit. Ich hatte losgelassen. Ich hab’s mit ihr auch besprochen. Ich hab ihr aber auch gesagt es sind mir ein paar Dinge begegnet, die ich noch probieren möchte. Ich sage euch gleich dazu zu den Sachen die ich je gemacht habe gibt es keine Studien, also stelle ich die Wirksamkeit wirklich in Frage 😉.
Einerseits wurde noch mal ihre Ration angepasst und verändert, denn es wurde klar, dass unser Wasser hier relativ eisenhaltig ist. Das kann bei kranken Pferden zu einem Spurenelement Block führen. Darauf wurde die Ration angepasst, um diesen Spurenelement Block zu umgehen. Gleichzeitig habe ich mit der Fütterung von PEA begonnen. Das tut ihr sichtlich gut. Denn natürlich keine gute Hufentwicklung, wenn das Pferd gar nicht belasten möchte. Und auch ein absoluter GameChanger waren Kolloide. Ich kannte Silber schon und weiß nicht warum ich es nicht mehr genutzt hatte. Ich wende Silber und Gold innerlich an, übrigens, mittlerweile auch bei mir selber und Silber an den Hufen äußerlich.
Aktuell ist es wieder so stabil, dass drei von vier Hufen Krebsfrei sind. Es wurde mir auch wieder einmal klar, wie wichtig. Es ist, viele kleine Schrauben zu finden, an denen man drehen kann. Die Hinterhufe sehen jetzt besser aus als vor dem Rückfall. Aber ich weiß, wenn in in ihrem Körper etwas aus den Fugen gerät, wird es bei ihr Hufkrebs bedeuten. Bei anderen Pferden ist das dann eben die Lunge oder die Haut. Also geht es für mich darum gar nicht in erster Linie den Hufkrebs zu besiegen, sondern eigentlich dafür zu sorgen, dass der Körper ihn nicht braucht.

08/05/2026

Romeos Einheiten drehen sich eigentlich immer darum sein Gehen vor den Hilfen zu wandeln, in ein Gehen an den Hilfen. Diese Pferde sind nicht einfach zu reiten, denn wie einfach ist es, als Mensch nicht zu bremsen, während man bremsen will?! 🤣 Und es gibt diese Momente auch bei Romeo, in denen man merkt, mein Sitz leitet den nächsten Tritt an. Das ist, wenn der Sitz zum treiben kommt. Romeo hat es damit mit seinem Becken wirklich nicht leicht und er ist auch noch überbaut. Seinem Schwerpunkt nicht hinterher zu rollen, ist schon eine Aufgabe. Die Tritte in denen mein Pferd an den Hilfen ist, sind die Momente, in denen ich gefühlt weder treiben noch bremsen muss. Alle Kräfte sind plötzlich da, wo sie hingehören. Und es ist egal, ob man gerade eine Lektion reitet oder nicht. Sehr viele Pferde werden meiner Meinung nach so „fleißig“ gemacht, dass eine feine Sitzverbindung in der der Sitz das Treiben übernimmt, nicht mehr möglich ist. Kleine Übung für euch: Schaut doch mal, ob ihr vom Trab aus eurem Sitz zum Schritt durchparieren könnt und in dem Moment, wo euer Pferd, den Rücken für den Schritt freigibt, fragt ihr aus dem Sitz nach noch EINEM Tritt Trab. Schreibt eure Gefühle dazu doch mal in die Kommentare. Diese Übung oder eben Schritt-Trabübergänge begegnen mir in vielen Reitweisen als Rückenöffner.

07/05/2026

Wenn man schlimme Dinge tut, also einem anderen Lebewesen Leid zufügt, ändert die Absicht etwas daran? Alle sind sich relativ einig, wenn es darum geht, mit Gewalt mehr Leistung zum Beispiel im Turnier Sport zu bekommen. Das ist völlig verwerflich. Aber schwierig wird’s, wenn diese Gewalt mit der vermeintlich guten Absicht kollidiert. Also es geht plötzlich nicht mehr um Leistung, sondern sogar um Gesundheit. Ich mache das, damit mein Pferd gesund bleibt. Während des Pferd deutlich mit dem Kopf schlägt, um sich gegen die Kandare zu wehren. Während des Pferd deutlich zuckt, weil sich der Schenkel mit dem Sporen bewegt hat. Weil das Pferd schon anfängt, im piaffartigen Dritten zu Hampel, wenn ein Mensch mit einer Peitsche quer über den Platz läuft. Wo lässt sich Gewalt denn nun rechtfertigen? Oder müssen wir die Grenze für Gewalt viel früher ziehen? Was ist Ausbildung und was ist Gewalt? Was ist eine Hilfe oder ein Knopf? Und was ist einfach nur Angst und Stress? Ich finde diese Fragen wirklich schwer zu beantworten. Ich hab mich entschieden, was ich will und was ich nicht will. Ich reite kaum noch mit Gerte zum Beispiel. Denn man muss ein unglaublich emotional unabhängiger Mensch sein, um diese nicht in 1 % der Fälle unfair einzusetzen. Ich glaube, es muss einem einfach klar sein, dass das, was man da will nicht das sein kann, was man sich erhofft, wenn man dafür Gewalt einsetzen muss. Für mich muss kein Pferd vibrieren oder strampeln, hoch springen oder sich in Highspeed im Kreis drehen. Wenn man aber innerhalb der Ausbildung dieses Pferdes Spaß und Talent an einer solchen Sache am Pferd entdeckt. Ist dann überhaupt noch Gewalt nötig? Wahrscheinlich nicht. Will ich aber Bewegung zu früh oder Bewegung, die diesem Pferd überhaupt nicht liegt, werde ich unter Umständen ohne Gewalt nicht dorthin kommen. Was sagt ihr dazu? Wo beginnt Gewalt? Was ist noch eine Hilfe?

06/05/2026

Elfe wird mittlerweile ganz leicht an der Hand. Das bedeutet für mich, sie findet Balance und Ruhe. Meine Körper-Ausrichtung bestimmt jetzt die Linie. Also kann sie sich an meinem Bewegungsfeld orientieren. Was ist ein Unterschied, ob ich an hohe Tritte denke, oder ob ich die Voraussetzungen schaffen will, damit sie von selber geschehen. Ein Pferd in Balance ist unglaublich soft und ansprechbar. Nur ein Pferd in Balance kommt in hohe Tritte. Denke an hohe Tritte, glaubt irgendwas in mir, Ich bräuchte mehr Einflussnahme um sie zu erreichen. Verrückt, denn das Gegenteil ist der Fall. So fasst besser den Gedanken, des unglaublich soften und ansprechbaren Pferdes. Und leitet dieses dann auf eine Linie, in der es logisch wird, sich selbst zu heben. Das kann eine Wendung, eine Ecke, oder auch ein Seitengang sein, oder der Wechsel dazwischen. Das einzige, was Druck kann, ist das Pferd schneller machen. Und das einzige, was nicht hilft, ist, wenn das Pferd schneller wird.

Liebe es und freu mich schon mit dir Elfe anzuschauen. ☺️🙌🏼🥰
02/05/2026

Liebe es und freu mich schon mit dir Elfe anzuschauen. ☺️🙌🏼🥰

30/04/2026

Das ist ein Learning, was in den letzten Jahren meine Arbeit mit den Pferden wirklich verändert hat. Ein Muskel, der nicht nachgibt, der braucht nicht mehr Druck, sondern im Gegenteil. Ein Pferd, welches sofort gestresst ist, braucht nicht mehr Stress, sondern weniger. Ich kenne einige Pferde, darunter auch zwei meiner eigenen, die wirklich in einem Notmodus landen. Und diesen auch unter Umständen Jahre nicht wieder verlassen. Das kennen wir von uns selbst. Ich würde sagen, ich habe zehn Jahre mit einem Nervensystem gelebt, welches im Überlebensmodus war. Dies kann man an einigen Punkten festmachen. Stressresistent ist da überhaupt nichts mehr. Man funktioniert im Stress, ja …atmen gleichzeitig, nein. Wirklich spannend ist, was passiert, wenn der Stress wegfällt. Und so hab ich’s bei meinen Pferden eben auch gemacht. Ich habe eine Zeit lang den Stress komplett rausgenommen. Wie soll man das denn machen denkt ihr. Man kann auch ehrgeizig im entspannen sein. 🤣🤣 d.h. alles was ich tat, tat ich bewusster. Alles, was ich wollte, war weniger. Und meine Pferde konnten das mitgehen. Wenn ein Pferd im Überlebensmodus ist, und ich bringe noch Stress drauf, um es stressresistenter zu machen (ihr merkt schon, wie absurd das klingt) verschlimmere ich diesen Zustand nur noch. Gleichzeitig ist das Leben eben immer mal stressig und weniger stressig. Das was wir üben müssen, ist, dass die Ruhe im Pferd verbleibt. Egal was außen passiert. Wenn ich schon in Alltagssituationen keine Ruhe im Pferd habe, wird diese ganz sicher in besonderen Situationen auch nicht eintreten. In den Notmodus kann man nicht rein korrigieren. Lernen Kann nur in Ruhe stattfinden.

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