15/11/2025
Spielbericht: Schönwalde-Glien vs. Dahlewitz – Ein Sieg, der sich wie ein kleines Wunder anfühlte
Endstand: 18:12 (Heimspiel SSV53)
Es gibt Tage, an denen Sport mehr ist als ein Ergebnis. Tage, an denen man spürt, dass Herz, Mut und Zusammenhalt größer sein können als jede Statistik. Heute war genau so ein Tag – ein Tag, den die Frauen von Schönwalde-Glien niemals vergessen werden.
Vor drei Jahren war diese Mannschaft nicht mehr als eine Idee – geboren aus der Sehnsucht einer ehemaligen Spielerin und einer freien Hallenzeit. Kein Konzept, keine eingespielte Truppe, keine Erfahrung. Viele der Frauen hatten zuvor noch nie einen Mannschaftssport gespielt, geschweige denn jemals einen Handball in den Händen gehalten. Andere kehrten nach Jahren der Pause zurück aufs Feld, unsicher, ob die alten Bewegungen noch funktionieren würden.
Was sie verband? Leidenschaft. Mut. Und der unerschütterliche Wunsch, etwas Eigenes aufzubauen.
Seit einem Jahr mischen sie nun im Spielbetrieb mit – und bis heute mussten sie jede einzelne Begegnung verloren geben. Jede. Woche für Woche kämpften sie, fielen hin, standen wieder auf. Und obwohl die Ergebnisse immer gegen sie sprachen, verloren sie nie das, was sie wirklich stark macht: den Spaß am Spiel und den tiefen Teamgeist, der sie durch jede Lebenssituation trägt.
Doch heute, nach all den Rückschlägen, heute schrieb dieses Team Geschichte.
⸻
Der Spielverlauf: von der Anspannung zur Erleichterung
Vom ersten Moment an lag eine besondere Stimmung in der Halle. Keine Spur von Unsicherheit, keine Angst – nur pure Energie.
Die ersten zehn Minuten waren ein Spiegelbild ihrer bisherigen Saison: ein offener Schlagabtausch, Kopf an Kopf, Tor um Tor. Dahlewitz hielt dagegen, Schönwalde-Glien kämpfte – niemand gab einen Zentimeter preis.
Dann geschah es.
Parade um Parade riss die Torhüterin ihr Team nach vorn, gab ihnen Sicherheit, Luft, Hoffnung. Mit schnellen Pässen durchs Zentrum, mutigen Stößen in die Lücken und endlich voll ausgespielten Spielzügen erkämpften sich die Frauen einen Vorsprung, der die Halle zum Beben brachte.
Doch so ein Sieg fällt diesem Team nicht einfach in den Schoß.
Der Start in die zweite Hälfte war unkonzentriert, fahrig – Dahlewitz kam bis auf zwei Tore heran. Die Stimmung kippte, die ZuschauerInnen hielten den Atem an. Und dazu: neun Siebenmeter gegen sie, null Zeitstrafen für die Gegnerinnen – während Schönwalde ganze fünf Mal in Unterzahl kämpfen musste.
Viele Teams wären hier eingebrochen.
Aber nicht diese Frauen.
Sie fingen sich. Sie kämpften. Sie spielten weiter mit Herz, als wüssten sie genau, was heute möglich war. Und so wuchs der Vorsprung wieder an – erst langsam, dann entschlossen. Bis am Ende die Schlusssirene ertönte und die Anzeigetafel das Unfassbare zeigte:
18 : 12
Der erste Sieg.
Der Lohn für unzählige Trainingsabende nach der Arbeit.
Der Beweis, dass Leidenschaft stärker ist als jede Niederlage.
⸻
Endlich gewonnen!
Endlich die Belohnung für all die Stunden, die diese Mannschaft – berufstätige Frauen, viele von ihnen Mütter – Woche für Woche auf der Platte investiert.
Dieser Sieg ist mehr als ein Ergebnis. Er ist eine emotionale Rückmeldung des Sports:
„Es hat sich gelohnt. Alles davon.“
Ein besonderer Dank geht an Chris und Juli, die beiden Trainer, die an dieses Team geglaubt haben, als es niemand sonst tat. Die nach jeder Niederlage wieder Mut gemacht haben, die am Spielfeldrand pulsieren, anfeuern, mitfiebern. Ohne diesen Rückhalt wäre dieser Tag niemals möglich gewesen.
Heute haben die Frauen von Schönwalde-Glien nicht nur ein Spiel gewonnen.
Sie haben eine Geschichte geschrieben.
Ihre ganz persönliche.
Alles Gute für die Kapitänin und ihre bevorstehende OP und alle anderen Verletzten. Auf, dass sie bald wieder mit dem SSV 53 auf der Platte stehen.