31/01/2021
Neues vom Bienenmelker
Letzte Woche stand etwas verspätet endlich die Winterbehandlung gegen die Varroamilbe an. Hierzu wird in der brutfreien Winterzeit Oxalsäure in das Volk eingebracht. Da sich jetzt keine Milben in den verschlossenen Brutwaben ‚verstecken‘ können, werden alle Milben erreicht und die Chancen sind gut, dass die Völker nahezu milbenfrei in das neue Bienenjahr starten können.
Apropos Winter. Was machen Bienen eigentlich im Winter?
Sie leben und organisieren auch in dieser Zeit ihr Volk. Nur gibt es eben andere Aufgaben als im Sommer. Hauptaufgabe ist das Überleben. Es findet kaum Flugbetrieb statt. Wichtig ist die Wärmeregulation im Stock und die Versorgung mit den eingelagerten Futterreserven.
Bienen machen also keinen Winterschlaf oder sind gar in einer Winterstarre. Sie sparen Energie indem sie die Brut vorübergehend einstellen und sich eng zu einer ‚Traube‘ zusammensetzen. Sie wärmen sich so gegenseitig und zittern sich warm. Die Position der einzelnen Biene in dieser Traube wird ständig gewechselt. Die warmen Bienen aus dem Inneren rücken nach außen, die kalten von aussen ins warme Innere. Einzigst die Königin hat den permanenten Spitzenplatz in der warme Traubenmitte.
So wärmen sie nicht nur sich selbst, sondern ihren ganzen Stock (Wohnung). Auch bei tiefsten Temperaturen außerhalb, ist die Temperatur im Stock min 10 Grad. Um den eigelagerten Honig, bzw. das Winterfutter zu verflüssigen bzw. essbar zu machen, heizen sie den Stock kurzfristig sogar immer wieder bis auf 30 Grad hoch. Diesen Kalt-Warm-Wechsel vollziehen sie den ganzen Winter im regelmässigen Rhythmus, da ein konstantes Durchheizen viel zu viel Energie kosten würde.
Sobald die Temperaturen wieder milder werden und die ersten Pollen zur Verfügung stehen beginnen die Bienen wieder auszufliegen. Die Königin legt wieder Eier. Die Bienen ziehen die Brut auf und die Volksstärke wächst rasant.