08/06/2020
Auf Pausen verzichten? Bloß nicht!
Wann hast Du das letzte Mal eine Pause gemacht? Also ganz bewusst, mit Genuss und Muße. Fünf oder zehn Minuten, in denen Du entspannt aus dem Fenster geschaut oder eine Handvoll Erdbeeren (oder etwas anderes Leckeres) gegessen hast? Um danach erfrischt und mit einem klaren Kopf wieder an die Arbeit zu gehen. Doch die Realität sieht anders aus: 38% der Beschäftigten geben an, keine Zeit für Pausen zu haben. Viel zu viel zu tun! Wie ist das bei Dir?
Ganz klar, konzentriertes Arbeiten verbraucht Energie. Im Home-Office ist das oft mit ganz anderen Herausforderungen verbunden. Ganz zu schweigen von den Online-Konferenzen oder Webinaren, die die Aufmerksamkeit auf eine ganz besondere Weise beanspruchen. Die Augen kleben am Bildschirm, Nebengeräusche erschweren das Zuhören und die starre Sitzhaltung fördert die Verspannung.
Pausen haben ein schlechtes Image, leider!
Eine Mini-Pause, etwa ein wohliges Strecken der Arme oder Dehnungen für den verspannten Nacken, wird von Kollegen ja eher belächelt. Ein entspanntes Aus-dem-Fenster-schauen wird schnell gleichgesetzt mit „Die hat wohl nichts zu tun!“ Kein Wunder, dass nur 27,9 Prozent der Befragten aktiv Erholungsphasen in den Arbeitsalltag einplanen, so der Gesundheitsreport der iga (Initiative Gesundheit und Arbeit). Dabei stabilisieren und erhöhen Pausen die Leistungsfähigkeit. Theoretisch weiß das jeder.
Und wie sieht die Praxis aus?
Weil es aber nicht ohne kleine Auszeiten geht, praktizieren viele Mitarbeiter sogenannte versteckte Pausen. Das sind die Pausen, die Dein Körper sich notgedrungen herausnimmt. Wie das aussieht? Statt einer kleinen Auszeit lässt Du Dich leichter ablenken von dem, was Du tun wolltest. Manche starren in den Bildschirm hinein, ohne tatsächlich etwas wahrzunehmen. Oder die Mail, die gerade reingekommen ist, wird sofort gelesen und bearbeitet, weil das einen schnellen kleinen Erfolg verspricht.
Oder Du beginnst, irgendetwas zu tun, was im Prinzip sinnlos ist. Den Stifteköcher neu sortieren, irgendetwas aufräumen (was Du gar nicht vorhattest), die Einkaufsliste nochmal durchgehen oder nur mal schnell schauen, was sich im Newsfeed Ihres Messengers tut.
Schnell wird daraus eine Gewohnheit, die praktisch im Sinne von Erholung nichts bringt. Ablenkung ist noch lange keine Erholung. Stattdessen fällt es Dir umso schwerer, wieder in die ursprüngliche Tätigkeit zurückzufinden. Nur mit einer bewusste Pause kannst Du Dich regenerieren.
5 Tipps für Mini-Pausen
Erfrischung: Kaltes Wasser über die Unterarme laufen lassen, das erfrischt und macht einen müden Geist gleich wacher. Ausreichend Flüssigkeit ist genauso wichtig: Ein Liter Wasser auf dem Schreibtisch, gerne mit ein paar Zitronenscheiben oder Minzblättchen verfeinert.
Genuss: Iss bewusst und langsam, ob es ein Snack oder das Mittagessen ist. Ein anderer Genuss ist es, den Lieblingssong zu summen oder in der Mittagspause auf einer Bank zu sitzen und die Sonne auf der Haut zu spüren.
Bewegung: Steh zwischendrin mal auf, dehne und strecke Dich, gähne und lockere mit einigen Übungen den Nacken und Schultern. Mit einem geknüllten Papier kannst Du auch Deine Augen lockern, indem Du diesen von einer Hand in die andere wirfst, ohne direkt hinzuschauen. Wenn der Ball oder der Papierknäuel runterfällt, hast Du noch eine zusätzliche Bewegung!
Gespräch: eine Unterhaltung mit Kollegen und Kolleginnen über andere Themen als die der Arbeit. Oder umgekehrt Ruhe, wenn Du die ganze Zeit im Kundenkontakt bist.
Entspannung: Die wenigsten tun es, aber die Mehrheit weiß, dass dies eine der besten Erholungen darstellt. Bewusst für ein paar Minuten nichts tun, die Augen schließen und ruhig dabei atmen. Gar nicht so leicht, aber sehr erholsam.
Wer es aktiver mag, kann die Muskelentspannung nach Jacobsen in der Kurzform einsetzen. (Anleitung zum Download über die Webseiten der Krankenkassen.
Was tut Dir aktuell jetzt gut und mit welcher Anregung kannst Du gleich starten? Welche Mini-Pausen tun Dir ausserdem noch gut?