22/09/2025
Ehrentafeln für den Dino
Grundschule Jennelt und die TSG Grimersum sind seit zehn Jahren Teil der Aktion „Anpfiff fürs Lesen“
Die Freude in der Grundschule Jennelt ist groß, als Marion Demann vom Niedersächsischen Fußballverband zwei Ehrentafeln persönlich überreicht „Ihr seid der Vorzeigestandort, unser Dino im Projekt „Anpfiff fürs Lesen“, sagt Demann, anerkennend, „Ich hoffe, dass es noch viele Jahre so weitergeht.“ Für die Schule und die TSG Grimersum ist dieser Moment ein Beleg dafür, dass sich Durchhaltevermögen und ehrenamtliches Engagement lohnen.
Seit 2015 läuft in der Grundschule Jennelt das
Projekt „Anpfiff fürs Lesen“
Während viele Standorte nach Ende der offiziellen Förderung aufhören mussten, haben die Beteiligten in der Krummhörn einfach weitergemacht, „Wir sind dankbar als Schule für Euch beide, die es mit Herzblut seit vielen Jahren machen“, betont Sebastian Schettler, Lehrer an der Grundschule Jennelt. „Es ist ja nicht nur ein bisschen Fußball spielen oder ein bisschen schreiben, sondern hier liegt ein hoher pädagogischer Mehrwert. Besonders schwächere Schüler profitieren.“ Entwickelt wurde „Anpfiff fürs Lesen” schon 2009, offiziell startete es 2015 als Pilotprojekt mit acht Standorten. Jennelt war von Anfang an dabei und zählt zu den wenigen Orten, die ohne Unterbrechung durchgehalten haben und ohne Pause aktiv dabei sind, In den Anfangsjahren gab es Fußballcamps, Trainerfortbildungen, Ernährungsberatung und gemeinsame Workshops, Zwei Jahre lang förderte das Land das Projekt, danach war klar: Wer weitermachen wollte, musste es auf eigene Beine stellen. In Jennelt war der Entschluss schnell gefasst, denn die Begeisterung der Kinder ließ keinen Zweifel daran, dass es sich lohnen würde. Eine zentrale Rolle spielt seit Beginn Wilfried Müller aus Woquard, der als Fußball-Lesetrainer Woche für Woche auf dem Platz und im Klassenraum steht. Unterstützt wird er von Birgit Weißenborn, pädagogische Mitarbeiterin der Grundschule Jennelt. Beide engagieren sich rein ehrenamtlich, einzig der „Bünting-Preis“ brachte einmal eine finanzielle Würdigung. „Das ist nicht selbstverständlich“, betont Marion Demann.
Mehr als 200 Kinder haben teilgenommen
„Aber genau das macht Jennelt so besonders.“ Die Bilanz spricht für sich: Seit 2017 haben 273 Kinder teilgenommen, 231 Jungen und 42 Mädchen. Fünf von ihnen haben den Weg in den Vereinsfußball gefunden. Besonders bemerkenswert ist, dass mit Eike Ubben und Teelko Braun heute zwei junge Männer ihr Bundesfreiwilligenjahr in Jennelt absolvieren – beide waren als Kinder selbst Teil der AG, „Das zeigt, wie nachhaltig das Projekt wirkt“, sagt Demann. Auch Vereinsseite und Eltern sehen den Erfolg. „Ich finde das klasse. Wir sind sehr stolz darauf, dass wir das schon so viele Jahre anbieten können und Teil davon sind“, erklärt Paul Hörnke, 1. Vorsitzender der TSG Grimersum, Lehrer Sebastian Schettler beobachtet die Fortschritte seiner Schüler genau: „Wir merken durchaus, dass die Kinder, die dort teilnehmen, motivierter sind und besser lesen.“ Corona hat das Projekt zeitweise ausgebremst. Viele Ganztagsangebote mussten ausfallen und doch ist es den Verantwortlichen gelungen, die AG am Laufen zu halten. Das Engagement blieb ungebrochen, und die Kinder hielten mit Feuereifer durch, „Wir hätten nie gedacht, dass wir auch heute noch mit so viel Eifer und Elan dabei sind“, fasst Wilfried Müller zusammen. „Aber die Begeisterung der Kinder trägt uns immer wieder weiter und macht Freude.“ Die Kombination von Fußball und Lesen, die anfangs ungewöhnlich wirkte, hat sich längst als Erfolgsmodell erwiesen, Die Kinder lernen, dass man beim Lesen ebenso wie beim Fußball durch Training besser wird. Steigerungen bei der Lesekompetenz Erfolgserlebnisse im Spiel und beim Buch gehen Hand in Hand. „Bei allen Standorten, die teilnehmen, sehen wir eine Steigerung in der Lesekompetenz“, betont Marion Demann. Jennelt ist für sie das beste Beispiel, dass Sport und Bildung gemeinsam viel bewegen können – und ein Vorzeigestandort, der hoffentlich noch viele Jahre weitermacht.
Das Bild zeigt von links Birgit Weißenborn (pädagogische Mitarbeiterin der Schule), Paul Hörnke (Vorsitzender der TSG Grimersum) Lehrer Sebastian Schettler, Fußball-Lesetrainer Wilfried Müller und Johannes Booken, Versitzender des Schul-Fördervereins.
Quelle: Ostfriesischer Kurier