25/01/2026
Pressemitteilung
Ende des Sportfördervereins der Hansestadt Greifswald juristisch besiegelt Mitte Oktober 2025 besiegelte die betagte Führungsriege des Vereins, bestehend aus Egbert Liskow, Birgit Socher, Heike Kagel, Gamal Khalil und den Gründungsmitgliedern Bernt Petschaelis und Reinhard Bartl, vor dem Notar Dr. Lembke nun auch das juristische Ende der Gemeinschaft, die mangels ehrenamtlichen Nachwuchses ihre Arbeit einstellten musste.
32 Jahre lang war es der einzige vereins- und sportartübergreifende Sportförderverein Mecklenburg-Vorpommerns mit Sitz und Stimme im Landessportbund, dem u.a. solche
stadtbekannten Persönlichkeiten wie Dr. Thomas Meyer, Peter Multhauf, Edgar Kieckbusch, Dr. Eberhard Jeran oder Dr. Volker Worm angehörten.
Gegründet, um vorrangig sogenannte Randsportarten zu fördern, die weniger im medialen Interesse standen und stehen, stellte sich der Vorstand, dessen Vorsitz immer dem
amtierenden Bürgerschaftspräsidenten angetragen wurde, auch den sportpolitischen Herausforderungen insbesondere der 90-ger Jahre des vorigen und den der ersten 10 Jahren
diesen Jahrhunderts bzw. Jahrtausends.
Gemeinsam mit dem damals eigenständigen Sportausschuss, einem weitsichtigen Bürgermeister, einem kompetenten Sportamt und einer engagierten Sportselbstverwaltung
wurde Greifswald hinsichtlich seiner Sportinfrastruktur und der Mitgliederentwicklung in
den Sportvereinen zur Vorzeigestadt in MV.
Dazu trug auch der Sportförderverein bei, der dank seiner Mitglieder und Sponsoren in der Zeit seines Bestehens mehr als 400.000 DM/€ an die Greifswalder Sportvereine ausreichten
konnte. Der Wind der Veränderung, den die Scorpions einst besangen, der einige unvermutet in die erste Reihe schob aber vielen ins Gesicht blies, ist eingeschlafen.
Strukturen haben sich verändert, verfestigt oder wurden mit den zugehörigen Köpfen in Beton gegossen. Viele gute Traditionen und sinnvolle Einrichtungen fanden oft durch das Zutun Unwürdiger ein unwürdiges Ende.
Einen Sportausschuss gibt es in Greifswald nicht mehr. Ebenso wenig ein Sportamt, einen autonomen Sportbund oder ein Institut für Sportwissenschaften. Nun fehlt auch der Sportförderverein.
Es hieß einmal, der Sport sei ein Spiegelbild der Gesellschaft.
Wenn Deutschland im vergangenen Jahr bei den Leichtathletikweltmeisterschaften nicht
eine einzige Medaille erringen konnte und man die gegenwärtige wirtschaftliche, kulturelle und politische Talfahrt des einstmaligen Landes der Dichter und Denker erlebt, scheint das zu stimmen.
Bleibt die Hoffnung, dass nicht nur in Greifswald Grundsätze wie: „Bewährtes erhalten und Neues gestalten“ oder: „ Gemeinnutz geht vor Eigennutz“ wieder zur gelebten Normalität
zurück finden. Es muss ja nicht 500 Jahre dauern, bis sich auch hier ein neuer Sportförderverein wie einst
Phönix aus der Asche erhebt.
Reinhard Bartl