Antje Simdorn Mentalcoach

Antje Simdorn Mentalcoach • Innere Ruhe. Freiheit.

Selbstbestimmung – für Menschen aus narzisstischen Familien
• über 1.500 Sitzungen Coachingerfahrung
• Online-Kurse, Coaching & Podcast
• Alle Links hier: https://linktr.ee/antjesimdorn

16/09/2026

Vielleicht bist du gar keine Perfektionistin, sondern lebst noch ein altes Muster.

Ich war ja ganz früher mal Personalerin. Damals gab es im Vorstellungsgespräch noch diese „Was ist Ihre beste Eigenschaft?“-Frage.

Die aller-aller-allerhäufigste Antwort:

„Ich bin Perfektionistin.“

Und damals alle so: MEEEGA. Jackpot!! 😄

Heute sehe ich das kritischer.

Vor meinem inneren Auge schreibt diese „Ich bin Perfektionistin“-Frau nämlich eine wichtige Mail.

Sie liest sie noch einmal. Ändert zwei Wörter. Liest wieder. Schickt sie ab – und öffnet sie direkt danach noch mal, um zu kontrollieren, ob sie einen Fehler übersehen hat.

Bei der Arbeit bereitet sie sich lieber dreimal zu viel als einmal zu wenig vor. Und ein Fehler beschäftigt sie noch Stunden später.

„Ich bin halt perfektionistisch.“

Aber Perfektionismus kann auch dem Drang entsprechen, bloß keine Angriffsfläche zu bieten.

Gerade wenn du mit narzisstischen oder emotional unreifen Eltern aufgewachsen bist, kann Fehlervermeidung früher eine sinnvolle Strategie gewesen sein.

Wenn Fehler Kritik, Beschämung oder Ärger ausgelöst haben, lernt dein Gehirn:

Mach es richtig. Dann bist du sicher.

Deshalb fühlt sich ein Fehler heute vielleicht nicht an wie: „Ups. Blöd gelaufen.“

Sondern wie Alarm.

Das Problem ist dann nicht unbedingt dein hoher Anspruch, sondern die Bedeutung, die dein Gehirn einem Fehler gibt.

Und genau da kann Veränderung beginnen.

Nicht indem du ab jetzt alles schlampig machst. 😄

Sondern indem du deinem Gehirn neue Erfahrungen gibst:

Nicht perfekt. Trotzdem okay. Keine Katastrophe.

Immer wieder.

Bis ein Fehler wieder das sein darf, was er eigentlich ist:

Ein Fehler. Und kein Urteil über dich.

Du willst alte Muster wirklich verändern?

1:1 Coaching
antjesimdorn.de

„Sei vernünftig.“
Für manche Kinder , wie zB die Kinder von narzisstischen oder emotional unreifen Eltern, war das kein ...
15/09/2026

„Sei vernünftig.“

Für manche Kinder , wie zB die Kinder von narzisstischen oder emotional unreifen Eltern, war das kein gut gemeinter Rat, sondern eine reine Überlebensstrategie.

Dich anpassen.
Keinen Ärger machen.
Erst überlegen, was die anderen brauchen.
Bloß nichts tun, was jemandem nicht gefallen könnte.
Funktionieren.

Und irgendwann bist du erwachsen.
Aber dieses „vernünftig sein“ läuft einfach weiter.
Du triffst die sichere Entscheidung.
Die richtige Entscheidung.
Die, die niemanden enttäuscht.
Die, die man gut erklären kann.

Und irgendwann stellst du fest:
Ich habe mein Leben verdammt gut im Griff.
Aber habe ich eigentlich schon damit angefangen, es wirklich zu leben?

Die Frage stelle ich meinen Coachees recht häufig, denn Freiheit bedeutet für mich auch, Dinge einfach nur zu tun, einfach weil ich Lust darauf habe und nicht weil sie sinnvoll sind, nicht weil sie mich beruflich weiterbringen und nicht weil ich besonders gut darin bin, sondern, weil dieses Leben eben nicht nur dafür da ist, möglichst „vernünftig durchzukommen“.

Manchmal darfst du auch einfach nur an einer Zipline im Regenwald in Costa Rica hängen und dir denken: Geil. Genau so wollte ich immer leben!

Verstehen ist der Anfang. Freiheit ist das Ziel.
 

14/09/2026

Wartest du vielleicht auf die Version eines Menschen, die gerade nur in deinem Kopf besteht?
Leider.

Eine unangenehme Frage, die ich manchmal in meinen Coachings stellen muss ist:

Kann es sein, dass du gerade auf eine Version eines Menschen wartest, die es bisher nur in deinem Kopf gibt.

„Wenn der Stress vorbei ist, wird es bestimmt besser.“
„Wenn er endlich eine Therapie macht.“
„Eigentlich weiß ich ja, dass er mich liebt.“
„Er hatte selbst eine schwierige Kindheit.“
„Ich muss ihm einfach noch ein bisschen Zeit geben.“
Und weißt du, was all diese Sätze gemeinsam haben?
Sie beschreiben nicht, was gerade passiert.
Sie beschreiben, was du hoffst, dass irgendwann passiert.
Und deshalb kann eine ganz einfache Frage manchmal ziemlich unangenehm werden:
Welche konkreten Beweise habe ich eigentlich dafür, dass dieser Mensch sich tatsächlich verändert?
Nicht: Was hat er versprochen?
Nicht: Was könnte aus ihm werden?
Nicht: Was sehe ICH alles in ihm?
Sondern: Was tut er heute anders als vor einem Jahr?
Denn du kannst einen Menschen verstehen. Du kannst wissen, warum er sich so verhält.
Du kannst Mitgefühl mit seiner Geschichte haben. Und trotzdem darfst du deine Entscheidungen danach treffen, wie dieser Mensch dich heute tatsächlich behandelt.
Nicht danach, wer er vielleicht irgendwann einmal werden könnte.

In unserer neuen Folge von unserem Podcast „Schwarze Schafe – helle Aussicht“ sprechen wir ganz ausführlich über dieses Thema. Du findest uns überall da, wo es Podcasts gibt.

🎧 Neue Podcast Folge
„Schwarze Schafe- helle Aussicht
Folge 39 ist online
Link in Bio





13/09/2026

Wenn du mit narzisstischen Eltern aufgewachsen bist, hast du vielleicht jahrelang ständig solche Sätze gehört:
„Pass auf.“
„Sei vorsichtig.“
„Mach das bloß nicht.“
„Nachher passiert noch was.“
Und irgendwann braucht es niemanden mehr, der sie sagt.
Du kannst das dann hervorragend alleine.

Du willst etwas Neues ausprobieren?
Dein Kopf findet erst mal 17 Möglichkeiten, wie es schiefgehen könnte.
Du musst eine Entscheidung treffen?
Vielleicht lieber noch mal nachdenken.
Du freust dich auf etwas?
Sekunde. Erst einmal überlegen, was alles passieren könnte.

Und irgendwann hältst du dich einfach für einen ängstlichen Menschen.
Dabei kann dein Gehirn schlicht verdammt viel Übung darin bekommen haben, Gefahren zu suchen.

Das Problem ist nämlich nicht nur, dass sich das unangenehm anfühlt.
Es entscheidet irgendwann mit, wie groß dein Leben werden darf.
Was du ausprobierst.
Welche Entscheidungen du triffst.
Worauf du verzichtest.
Wo du lieber auf Nummer sicher gehst.
Und wie oft du etwas nicht machst, obwohl du eigentlich richtig Bock darauf hättest.
Deshalb geht es auch hier irgendwann nicht mehr darum, deine Eltern noch besser zu verstehen.
Es geht darum, deinem eigenen Gehirn neue Erfahrungen zu geben:
Ich habe es gemacht.
Es ist gut gegangen.
Ich konnte damit umgehen.
Nur weil ich Angst habe, heißt das nicht, dass es gefährlich ist.

Genau darum geht es in der aktuellen Folge unseres Podcasts „Schwarze Schafe – helle Aussicht“ Folge 38

„Wenn deine Eltern aus jeder Mücke einen Elefanten gemacht haben.“
Überall, wo es Podcasts gibt. 🎧

11/09/2026

Seit ich selbst ein Kind habe, verstehe ich meine narzisstischen Eltern noch weniger

„Du wirst deine Eltern besser verstehen, wenn du selbst Kinder hast.“ Das ist so ein Spruch, der überall herumgeistert. Aber vielleicht ist bei dir genau das Gegenteil passiert.

Vielleicht hast du dein eigenes Kind zum ersten Mal im Arm gehalten und an deine eigenen Eltern gedacht und gedacht:
Wie konntet ihr mir das eigentlich antun?
Weil du plötzlich weißt, wie sich das anfühlt.
Dieses Kind vertraut dir vollkommen.
Es braucht dich.
Und natürlich nervt es dich auch mal. Natürlich bist du überfordert. Natürlich machst du Fehler.
Aber genau deshalb verstehst du manches aus deiner eigenen Kindheit heute noch weniger.
Wie konnte man dich absichtlich demütigen?
Dich tagelang ignorieren?
Dir das Gefühl geben, du wärst schuld an allem?
Dich immer wieder verletzen und anschließend so tun, als wäre nichts gewesen?

Und dann kommt häufig diese quälende Frage:
„Warum war mein Kindsein nicht Grund genug, mich anders zu behandeln?“
Vielleicht suchst du darauf schon seit Jahren eine Antwort.

Warum haben sie das gemacht?
Warum haben sie nicht gemerkt, was sie mir antun?
Warum war ich nicht Grund genug, es anders zu machen?
Und natürlich kannst du versuchen, das zu verstehen.
Du kannst ihre Geschichte kennen.
Du kannst wissen, was sie selbst erlebt haben.
Du kannst verstehen, warum sie so geworden sind.

Aber keine dieser Antworten wird deine Kindheit nachträglich verändern.
Und irgendwann darf deshalb eine andere Frage wichtiger werden:

Nicht mehr: „Wie konnten meine Eltern mir das antun?“
Sondern:
„Was hat das mit mir gemacht – und was davon möchte ich heute nicht mehr mit mir herumschleppen?“
Denn genau da kannst du heute etwas verändern.
Nicht mehr bei deinen Eltern.
Aber bei dir. Und in deinem Leben.

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in der Bio
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Wenn deine narzisstische Mutter sagt:„Ich will dir doch nur helfen.“Bei narzisstischen Eltern ist das besonders perfide,...
10/09/2026

Wenn deine narzisstische Mutter sagt:
„Ich will dir doch nur helfen.“

Bei narzisstischen Eltern ist das besonders perfide, weil es von außen häufig überhaupt nicht problematisch aussieht.
„Deine Mutter bezahlt dir das? Ist doch toll.“
„Sei doch froh, dass sie sich so kümmert.“
Natürlich ist nicht jedes Geldgeschenk Manipulation und nicht jede Mutter, die gerne hilft, narzisstisch.
Die entscheidende Frage ist:
Darfst du die Hilfe auch ablehnen?
Was passiert, wenn du sagst:
„Nein danke, das möchte ich selbst machen.“
Ist das okay?
Oder kommen Kränkung, Vorwürfe und Schuldzuweisungen?
Wird aus einem Geschenk irgendwann eine Rechnung, von der du bei der Annahme noch gar nichts wusstest?
Und jetzt kommt der Teil, den ich heute viel interessanter finde:
Du kannst weitere zehn Jahre analysieren, warum deine Mutter das macht.
Für DEIN Leben ist eine andere Frage wichtiger:
Warum fällt es MIR so schwer, Nein dazu zu sagen?
Warum fühle ich mich undankbar?
Warum glaube ich, mich rechtfertigen zu müssen?
Warum fühlt sich Selbstständigkeit an, als würde ich jemandem etwas antun?
Denn Unabhängigkeit bedeutet nicht:
„Ich brauche niemanden und mache alles alleine.“
Du darfst Hilfe brauchen.
Du darfst sie annehmen.
Und du darfst sie ablehnen.
Gesunde Hilfe verträgt ein Nein.
Und Freiheit bedeutet auch, Hilfe annehmen zu können, ohne sich dafür zu verkaufen – und sie ablehnen zu können, ohne sich dafür schuldig zu fühlen.

09/09/2026

Kannst du eigentlich noch etwas einfach ausprobieren?
Oder muss alles „Sinn“ machen?
Wann hast du das letzte Mal etwas gemacht, einfach weil du Bock darauf hattest?
Also ohne vorher zu überlegen: Bin ich gut darin? Lohnt sich das? Was bringt mir das?
Ist das sinnvoll? Was, wenn ich mich total bescheuert anstelle?
Die Sache ist die, erwachsene Menschen sind teilweise erstaunlich schlecht darin, einfach mal irgendwas auszuprobieren.
Und zwar vor allem, wenn sie früh gelernt haben, dass Fehler irgendwie peinlich sind und oder, dass Leistung immer wichtig ist. Oder dass das, was du tust, irgendeinen „vernünftigen“ Zweck haben sollte.
Dann wird aus:
„Das sieht cool aus. Das will ich mal machen.“ ganz schnell:
„Kann ich das überhaupt?“ „Bin ich dafür nicht zu alt?“ „Lohnt sich das?“
„Und was habe ich davon?“ Und die ehrliche Antwort ist: vielleicht gar nichts.
Vielleicht stellst du beim Töpfern fest, dass du scheiße töpferst.
Vielleicht stehst du beim ersten Tanzkurs da wie ein Stuhl.
Vielleicht probierst du irgendeinen Sport aus und stellst nach drei Wochen fest:
Nö. War doch nicht meins. Ja okay. Na und?
Du musst nicht aus allem ein neues Hobby machen. Du musst nicht überall gut werden.
Und du brauchst auch nicht für alles ein Ergebnis. Manche Dinge dürfen einfach nur dafür da sein, dass du für zwei Stunden richtig Spaß hattest und zwar auch wenn du dabei schecht warst. Wie ich zB beim Erwachsenenballett. Ich war superschlecht, aber ich hatte auch superviel Spass. Und das reicht.
Und vielleicht ist genau das etwas, das du wieder lernen darfst:
Nicht immer fragen: „Was bringt mir das?“
Sondern manchmal einfach: „Hab ich Bock drauf?“

Ich vermute, dass du inzwischen ziemlich genau erklären kannst, warum du bist, wie du bist.Warum du es allen recht mache...
08/09/2026

Ich vermute, dass du inzwischen ziemlich genau erklären kannst, warum du bist, wie du bist.
Warum du es allen recht machen willst.
Warum du dich hundertmal absicherst, bevor du eine Entscheidung triffst.
Warum ein falscher Blick reicht und du sofort überlegst, was DU jetzt wieder falsch gemacht hast.
Warum du dich schuldig fühlst, sobald jemand mit deiner Entscheidung nicht einverstanden ist.
Und dieses Verstehen ist auch wirklich wichtig.

Ich glaube nur, dass wir irgendwann aufpassen müssen, dass wir nicht unser ganzes Leben damit verbringen, rückwärts zu gucken.
Denn deine Vergangenheit kann dir erklären, warum du heute an einem bestimmten Punkt stehst.
Sie kann dir aber nicht sagen, wo du als Nächstes hinwillst.
Und das ist eine völlig andere Frage.

Wie möchtest DU eigentlich leben?
Was möchtest du ausprobieren?
Mit welchen Menschen möchtest du deine Zeit verbringen?
Was möchtest du nicht mehr mitmachen?
Was macht dir Spaß, obwohl es komplett sinnlos ist?
Was würdest du anders machen, wenn nicht bei jeder Entscheidung noch zehn Menschen unsichtbar mit am Tisch sitzen würden?

Denn wahrscheinlich hast du in den letzten Jahre sehr viel darüber herausgefunden, wer deine narzisstische Mutter ist.

Aber möglicherweise wird es jetzt Zeit herauszufinden, wer DU wirklich bist.
Also Nicht die angepasste Version, nicht die vernünftig, nicht die, mit der alle zufrieden sind.
Sonder wirklich Du.

Denn Verstehen ist der Anfang. Aber dein Leben, das findet nicht in deiner Vergangenheit statt.

07/09/2026

Was, wenn dein schlechtes Gewissen tatsächlich gar kein Beweis dafür ist, dass du etwas falsch machst?

Ich weiss, es ist noch ein bisschen früh, aber stell dir mal vor, Du sagst deiner Mutter, dass du Weihnachten dieses Jahr nicht kommst.
Und sofort ist es da: Dieses beschissene schlechte Gewissen.

Also fängst du an zu überlegen: Vielleicht sollte ich doch fahren. Sie ist schließlich meine Mutter. Vielleicht bin ich wirklich egoistisch.
Und irgendwann hältst du dieses Gefühl für einen Beweis:
Wenn ich mich so schuldig fühle, muss meine Entscheidung falsch sein.
Aber genau das stimmt nicht unbedingt.
Gerade wenn du mit narzisstischen oder emotional unreifen Eltern aufgewachsen bist, hast du vielleicht früh gelernt:
Wenn ich meine eigenen Bedürfnisse ernst nehme, ist jemand enttäuscht, verletzt oder wütend.
Also wurde Anpassung sicher.
Und Selbstbestimmung fühlte sich gefährlich an.
Das kann dazu führen, dass dein Gehirn heute Alarm schlägt, sobald du etwas tust, was früher Ärger bedeutet hätte.
Nicht unbedingt, weil du etwas Falsches machst.
Sondern weil du etwas Ungewohntes machst.
Und das ist ein riesiger Unterschied.
Deshalb ist ein schlechtes Gewissen manchmal etwas, das du nicht sofort beseitigen musst.
Manchmal darfst du eine Grenze setzen, dich schuldig fühlen – und die Grenze trotzdem stehen lassen.
Denn genau dadurch machst du eine neue Erfahrung:
Jemand darf enttäuscht sein.
Ich darf mich unangenehm fühlen.
Und ich darf trotzdem bei mir bleiben.

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