16/09/2026
Vielleicht bist du gar keine Perfektionistin, sondern lebst noch ein altes Muster.
Ich war ja ganz früher mal Personalerin. Damals gab es im Vorstellungsgespräch noch diese „Was ist Ihre beste Eigenschaft?“-Frage.
Die aller-aller-allerhäufigste Antwort:
„Ich bin Perfektionistin.“
Und damals alle so: MEEEGA. Jackpot!! 😄
Heute sehe ich das kritischer.
Vor meinem inneren Auge schreibt diese „Ich bin Perfektionistin“-Frau nämlich eine wichtige Mail.
Sie liest sie noch einmal. Ändert zwei Wörter. Liest wieder. Schickt sie ab – und öffnet sie direkt danach noch mal, um zu kontrollieren, ob sie einen Fehler übersehen hat.
Bei der Arbeit bereitet sie sich lieber dreimal zu viel als einmal zu wenig vor. Und ein Fehler beschäftigt sie noch Stunden später.
„Ich bin halt perfektionistisch.“
Aber Perfektionismus kann auch dem Drang entsprechen, bloß keine Angriffsfläche zu bieten.
Gerade wenn du mit narzisstischen oder emotional unreifen Eltern aufgewachsen bist, kann Fehlervermeidung früher eine sinnvolle Strategie gewesen sein.
Wenn Fehler Kritik, Beschämung oder Ärger ausgelöst haben, lernt dein Gehirn:
Mach es richtig. Dann bist du sicher.
Deshalb fühlt sich ein Fehler heute vielleicht nicht an wie: „Ups. Blöd gelaufen.“
Sondern wie Alarm.
Das Problem ist dann nicht unbedingt dein hoher Anspruch, sondern die Bedeutung, die dein Gehirn einem Fehler gibt.
Und genau da kann Veränderung beginnen.
Nicht indem du ab jetzt alles schlampig machst. 😄
Sondern indem du deinem Gehirn neue Erfahrungen gibst:
Nicht perfekt. Trotzdem okay. Keine Katastrophe.
Immer wieder.
Bis ein Fehler wieder das sein darf, was er eigentlich ist:
Ein Fehler. Und kein Urteil über dich.
Du willst alte Muster wirklich verändern?
1:1 Coaching
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