19/02/2023
Im August 22 fegte ein gewaltiger Sturm über Sardinien und Korsika mit einigen Ausläufern. Uns erwischte es einige Wochen früher, zum Glück nicht so schlimm aber schlimm genug. Wir gerieten vor St Tropez in einen orkanartiger Sturm, der mit uns zusammen weitere Boote überraschte, Windstärke 11. Trotz unzähliger Checks von Wind und Wetterdaten jeden Tag sahen wir diesen Sturm nicht kommen. Mit 111 h /km kämpften wir über 3 Stunden durch tosende Wellen, ohne Segel und ohne Motor. Als uns das Unwetter überraschte, hatten wir noch Zeit, die Lifeline zu befestigen und die Segel zu bergen, für Ölzeug nicht mehr. Innerhalb weniger Minuten waren wir klatschnass und die Sicht auf ein Minimum reduziert, Boote, die uns die Fahrt über begleitet hatten, schwanden innerhalb kürzester Zeit zwischen grauen Wolkenbergen. Die Kommandos schrien wir uns zu, um uns in dem tosenden Gewitter verständigen zu können. Wir schafften es in unsere Bucht, in die Bucht, in der wir Ruhe und Schutz suchten und auf das Schlimmste trafen, ein Winddreher um 180 Grad: Boote die in den Wellen kämpften, da der Anker nicht hielt und wie wir auf die Felsen trieben. Unser Außenborder konnte den hohen Wellen nicht standhalten, wir zogen am Starterseil aber der Motor blieb aus.Keine Kontrolle mehr über das Boot, schmissen wir in größter Eile in unserem schwer schaukelnden Boot den Anker aus unserer Backskiste– mitten in der Bucht, unkoordiniert und aus der Not heraus, nicht noch weiter an die Felsen gedrückt zu werden. Die Wellen rissen das Boot wieder an sich, statt halt mit dem Anker zu finden, wurde das Boot durch die Bucht geschleudert, wir manövrierunfähig. 2 Boote drehten ihre Maschine auf Hochtouren, holten die Anker ein –gerade rechtzeitig vor einer Kollision. Unser Anker fand erst halt auf knapp 2m im Schwimmerbereich, dort sahen wir ein Boot an den Strand gespült. Unser Anker hielt, wir hatten Glück, sehr viel Glück und mindestens zehn Schutzengel…