Lewitzerhof Kaiser

Lewitzerhof Kaiser Betreutes Wohnen für Pferde-Moderner Offenstall-Laufstall. Freie Plätze - kleine familiär geführte Reitanlage der "etwas anderen Art"

01/06/2026
30/05/2026

Auf Erfolgskurs

07/05/2026

Gedanken an die Funklöcher

Kennt ihr diese Momente, wenn wir unterwegs sind, mitten in einem wichtigen Gespräch und plötzlich wird die Verbindung schlechter. Erst ein Rauschen, dann einzelne Worte, die verschwimmen, danach Stille. Beide versuchen festzuhalten was gerade noch klar war. Man fragt nach, wiederholt sich und spürt wie langsam Spannung entsteht. Ungeduld mischt sich hinein, manchmal Enttäuschung. Nicht weil der andere nicht zuhören möchte, sondern weil die Verbindung nicht mehr trägt. Irgendwann reden beide mehr gegen die Unterbrechung als miteinander. Das Gespräch verliert seine Ruhe und oft auch seinen Sinn. Am Ende legen beide auf und zurück bleibt das Gefühl, nicht angekommen zu sein. Solche Funklöcher entstehen nicht nur zwischen Menschen. Auch in der Kommunikation mit Pferden gibt es Momente, in denen die Verbindung klar, weich und verständlich ist und andere, in denen sie verloren geht. Pferde nehmen uns auf vielen Ebenen wahr. Sie spüren unsere Stimmung, lesen unsere Körpersprache. Besonders fein geschieht dieser Austausch über unsere Hände. Die Reiterhand ist weit mehr als ein Werkzeug zum Lenken. Sie ist eine Sprache. Eine ruhige gleichmäßige Verbindung am Zügel gibt dem Pferd Orientierung und Sicherheit. Gute Verbindung bedeutet dabei nicht festhalten oder ziehen. Sie entsteht aus einem lebendigen, feinen Kontakt, der sich in der Regel zwischen dreihundert und sechshundert Gramm bewegt. In dieser leichten Verbindung können kleinste Impulse verständlich werden. Ein sanftes Schließen der Finger, ein feines Nachgeben oder zwei kleine Schwammausdrücke vor einer neuen Lektion können für das Pferd zu klaren Worten werden. Wenn diese Hilfen ruhig und immer gleich gegeben werden, beginnen Pferde sie in erstaunlich kurzer Zeit zu verstehen. Verständigung entsteht nicht aus Stärke, sondern aus Verlässlichkeit. Schwieriger wird es in den Momenten, in denen die Verbindung springt. Wenn der Zügel unruhig wird und der Arm rückwärts arbeitet um den Kontakt festzuhalten oder zu verstärken, verliert die Kommunikation ihre Klarheit. Für das Pferd fühlt sich das an wie ein Gespräch voller Unterbrechungen. Die Informationen kommen nicht mehr weich an, sondern abgehackt und widersprüchlich. Dort entsteht Frust, auf beiden Seiten. Das Pferd versucht sich aus dieser Disharmonie zu befreien. Manche entziehen sich über Hals und Genick, andere legen sich auf das Gebiss, schlagen mit dem Kopf oder werden fest im Körper. Manchmal wächst aus diesem inneren Druck sogar ein Steigen heraus. Hinter all dem steckt selten Ungehorsam. Viel öfter ist es der Versuch, einer Verbindung zu entkommen, die ihre Ruhe verloren hat. Umso schöner sind die Momente, in denen die Verbindung wieder weich wird. Wenn die Hand nicht festhält sondern begleitet und das Pferd beginnt der Sprache des Menschen zu vertrauen. Dann entsteht etwas das viel größer ist als Technik. Ein Gespräch ohne Worte, getragen von Ruhe Klarheit und gegenseitigem Verstehen.

04/05/2026

Gedanken an den Viertakt mit acht Phasen

Wir gehen durch die Welt und halten das Gehen für selbstverständlich. Ein Fuß vor den anderen, Tag für Tag. Und doch trägt jeder Mensch seinen eigenen Schritt in sich. Seine Geschichte, seine Spannungen, seine Möglichkeiten und Begrenzungen. Der eine setzt weich auf, fast tastend, der andere klar und bestimmt. Manche wirken getragen, andere tragen sich selbst mit Mühe. Und in all dem liegt etwas sehr Eigenes. Der Schritt ist nicht nur Fortbewegung, er ist Ausdruck. Ein leiser Abdruck dessen, was in uns ist.

Vielleicht liegt darin etwas, das wir oft übersehen. Wir können beobachten, vergleichen, sogar bewundern. Wir können versuchen, Bewegungen zu kopieren, Haltungen zu übernehmen, Rhythmen nachzuahmen. Doch wir erreichen nie ganz das Innere des anderen. Denn der Schritt entsteht nicht nur aus Muskeln und Gelenken, sondern aus Empfinden, aus Erfahrung, aus dem, was uns geprägt hat. Und so bleibt jeder Schritt immer auch ein Stück unverwechselbar.

Wenn wir unseren Blick zum Pferd wenden, scheint zunächst alles klarer. Vier Beine, ein erkennbarer Takt, eine feste Abfolge. Der Viertakt wirkt logisch, beinahe greifbar. Und doch beginnt genau dort die eigentliche Tiefe. Denn auch jedes Pferd trägt seinen eigenen Schritt. Geformt durch seinen Körper, seine Balance, seine Geschichte. Manche schreiten weit, schwingen durch den ganzen Körper, andere bleiben enger, vielleicht vorsichtiger, vielleicht zurückhaltender. Und beides erzählt eine Wahrheit über dieses eine Pferd.

Als Richter sitzen wir dort und richten unseren Blick auf ein Ideal. Wir vergleichen, wir bewerten, wir ordnen ein. Und gleichzeitig bleibt da diese leise Unsicherheit. Ob wir wirklich sehen, was dieses Pferd in sich trägt. Ob wir erkennen, was für genau dieses Individuum möglich ist. Oder ob wir etwas darüberlegen, das ihm vielleicht gar nicht entspricht.

Den Schritt zu reiten verlangt mehr als Technik. Es verlangt Gefühl. Ein feines Wahrnehmen des eigenen Körpers und des Körpers unter uns. Denn wenn wir uns selbst nicht spüren, wie wir gehen, wie wir uns tragen, wie wir den Boden berühren, wie wollen wir dann das Pferd begleiten. Vielleicht beginnt alles genau dort. Im eigenen Schritt. Im bewussten Gehen.

Und vielleicht ist der Schritt am Ende eine Einladung. Weniger zu formen und mehr zu verstehen. Weniger zu vergleichen und mehr zu sehen. Denn in jedem Schritt liegt ein Moment von Wahrheit. Beim Menschen wie beim Pferd

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Lewitzerhof Kaiser Tröbigauer Str . 14
Bischofswerda
01877

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