14/05/2026
Mit wem hast du’s hier überhaupt zu tun??
Hey, ich bin Isa und 29 Jahre alt.
Ich bin Krankenschwester, gebe nebenbei Yogastunden und massiere Frauen. Ich mag es, mich zu kümmern, und kann das auch ziemlich gut. Aber grundsätzlich bin ich erst mal einfach Mensch. Ich bin regelmäßig gestresst, schaue mich zu oft kritisch im Spiegel an und weiß prinzipiell sehr viele Dinge, bekomme sie aber oft nicht umgesetzt. Ich bin ordnungsfanatisch. Ordnung im Außen = Ordnung im Innen.
Ich gebe zu viel auf die Meinung anderer und wünschte, ich wäre manchmal etwas mutiger.
Ich liebe gutes veganes Essen. Im Urlaub finde ich dir jedes gute Café. Ich mag schöne Dinge und Düfte und begeistere mich für zu vieles gleichzeitig. Meine freie Zeit verbringe ich entweder zuhause, im (geliehenen) Van oder mit dem Dachzelt – jedenfalls immer in der Natur.
Ich mag Kraftsport, versuche mich gerade am Joggen und habe auch sonst schon sehr viele Sportarten ausprobiert. Ich liebe Tiere und streichle Kühe und Schweine genauso wie andere Hunde und Katzen streicheln. Ich bin ein absoluter Partymuffel und bevorzuge gemütliches Beisammensein zuhause oder im Garten.
Ich habe wenige Freunde, dafür aber sehr gute, und struggle oft mit dem Gedanken, dass Leute mich komisch finden könnten. Wie auch immer. Was ich damit eigentlich sagen will:
Ja, ich bin Yogalehrerin, aber ich bin auch einfach nur ein Mensch, der mit sich hadert und versucht, das Leben irgendwie zu leben. Auch ich bin irgendwann das erste Mal auf die Yogamatte gegangen und habe mich gefühlt wie der letzte Körperklaus – und trotzdem habe ich weitergemacht.
Bedeutet: Du darfst Anfänger sein. Du darfst in Dingen schlecht sein und trotzdem Spaß daran haben. Du darfst scheiße aussehen und keine Ahnung haben, was du da eigentlich tust. Du darfst dich fühlen wie der Elefant im Porzellanladen. Aber lass dich nicht von Glaubenssätzen oder Ängsten von den Dingen abhalten, auf die du eigentlich Bock hast.
Neue Dinge auszuprobieren ist toll und uns immer wieder neu und anders kennenzulernen, uns neu zu definieren ist essenziell. Die Welt verändert sich, die Natur passt sich an, warum sollten wir immer gleich bleiben?
Du darfst jeden Tag neu beginnen, jeden Tag deine Meinung ändern und jeden Tag die Richtung wechseln.
Mit Yoga habe ich meine Richtung gewechselt. Ich habe mehr hingesehen und entdeckt, was schon lange da war, aber irgendwo so tief vergraben lag, dass ich es selbst gar nicht mehr bewusst wahrgenommen habe.
Und damit will ich auf keinen Fall sagen, dass Yoga uns zu anderen oder besseren Menschen macht. Yoga fügt nichts hinzu und zaubert auch nicht über Nacht ein besseres Leben. Aber Yoga gibt uns die Chance – und zwingt uns irgendwie auch dazu –, mehr nach innen zu schauen. Unter die Masken, Hüllen und Verhaltensweisen, die wir gelernt haben zu tragen wie eine zweite Haut. Gleichzeitig gibt es uns Werkzeuge an die Hand, uns langsam daraus hervorzuschälen.
Yoga ist nicht immer schön und wohltuend, aber es ist ehrlich.
Wachstumsschmerz nenne ich das. Schmerz – in all seinen Formen – gehört zum Leben dazu, er ist lebensnotwendig. Jedes Wachstum braucht ein wenig Unbehagen, aber wir gehen größer, schlauer und stärker daraus hervor.
Eine Yogalehrerin hat mal zu mir gesagt: „Yoga kommt dann in dein Leben, wenn du bereit dafür bist. Bereit hinzusehen, bereit, die Richtung zu wechseln, bereit, wieder mehr zu dir selbst zurückzufinden.“ 🤍
Also vielleicht hat die letzte Zeit irgendein Teil von dir gesagt etwas muss sich verändern. Hör auf diesen Teil, so leise er auch sein mag. Geh diesem Impuls mit Offenheit und Neugier nach. Was soll schon passieren? Vielleicht kommt was tolles dabei raus? Und wenn nicht? Wie schon gesagt, jeder neue Tag ist eine neue Chance die Richtung zu wechseln. 😘
Xoxo
Isabelle 🌞