11/08/2018
N E W S F L A S H
Der eine oder andere wird die Samstagsausgabe der «Botschaft» bereits durchforstet haben. Ein bisschen traurig aber wahr: Wir haben uns an der letzten Sitzung dazu entschlossen, die Organisation im 2019 nicht weiterzuführen. Umso mehr hoffen wir, dass ihr alle nochmals vorbeikommt – an die Perle am Rhein – um an unserem letzten Event teilzuhaben. Es wäre uns eine riesige Freude!
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FULL — Am kommenden Samstag, 18. August, geht der 27. Fuller Dorftriathlon über die Bühne. Er wird der letzte sein in dieser Besetzung.
Zugegeben, die nördlichste Gemeinde des Kantons Aargau ist in erster Linie bekannt für ihre einstigen Grosserfolge im Faustball, die Brass Band Full oder das Militärmuseum. Und trotzdem: Aus der Agenda wegzudenken ist der Fuller Dorftriathlon schon lange nicht mehr – strömen doch Jahr für Jahr Teilnehmer aus unterschiedlichen Teilen der Schweiz nach Full, um dem kleinen, aber feinen Sportevent beizuwohnen. Und sie wissen, worauf sie sich einlassen. Denn hier ist alles ein bisschen anders. Die komplette Strecke ist weder gesperrt noch extra gesichert, die Distanzen entsprechen keiner Norm und geschwommen wird inmitten teils üppiger Schwimmbadwellen, wodurch die eine oder andere Person schon mal zum ungewollten Trinken des Chlorwassers gezwungen wird. Der gesunde Ehrgeiz der Teilnehmenden gepaart mit einem familiären und lockeren Ambiente hat diesen Event zu dem gemacht, was er heute ist. Ursprünglich vom Männerturnverein Full als Feierabendspass ins Leben gerufen, entwickelte sich der Fuller Dorftriathlon zu einem gerngesehenen Fixpunkt im Fuller Sportkalender. Umso grösser war die Enttäuschung, als er nach 18 Austragungen vor dem Aus stand und sich kein Organisator fand.
Drei Jungs bringen neuen Schwung
Roger Schmid, Oliver Erdin und Sven Fischer hauchten dem traditionellen Anlass neues Leben ein. Die drei Jungs wollten das Ganze ein wenig grösser und professioneller aufziehen – stets mit dem Gedanken im Hinterkopf, den herzlichen Charakter des Events nicht zu verlieren und ihn im kleinen Rahmen zu behalten. Die Teilnehmerzahl des Fuller Dorftriathlons nahm mit der neuen Organisation denn auch stetig zu, bis einige Jahre nach der Übernahme bereits die 200er-Marke geknackt wurde. Mehr Teilnehmer bedeuteten automatisch einen Mehraufwand an Organisation, ein breiteres Angebot in der Festwirtschaft wie auch ein grösseres Aufgebot an freiwilligem Personal. Die sonst schon zahlreichen Helfer genügten schlichtweg nicht mehr, um alle anfallenden Arbeiten zu bewältigen. «Von der Bahnenzählerin über den Grillmeister bis hin zu den Streckenposten – es bedarf vieler Volunteers, um einen solchen Anlass überhaupt durchführen zu können», sagt Oliver Erdin. Mit Julian Graf und Markus Egli verstärkten zwei weitere Personen das bestehende OK in zusätzlichen Bereichen.
«Ich kann mich noch gut an den ersten Triathlon nach unserer Übernahme erinnern», schmunzelt Roger Schmid. «Ich war für die Zeitmessung zuständig und dementsprechend nervös, dass alles klappt. Immerhin war es die erste Austragung, bei der nicht mehr mit einer Handstoppuhr die Zeit genommen wurde.» Bei aller Lockerheit und allem Spass am Event, schlussendlich stand der Wunsch nach einem sauber durchgeführten Wettkampf ohne gröbere Verletzungen immer im Vordergrund. Was glücklicherweise auch klappte.
Neuerungen und Höhepunkte
In der Geschichte des Fuller Dorftriathlons gab es immer wieder Neuerungen. So wurde zum Beispiel ein Kindertriathlon ins Leben gerufen, der es mit verkürzten Distanzen auch den Kleinsten ermöglicht, am heimischen Sportevent teilzunehmen. Damit sich ein 60-Jähriger nicht in der gleichen Kategorie wie ein 30-Jähriger messen muss, wurde zudem die Ü50-Kategorie eingeführt. Das Highlight der zehnjährigen Organisation war jedoch eine eigens produzierte Plakatkampagne für das 25-Jahr-Jubiläum, die mit Porträtbildern ehemaliger Triathlon-Teilnehmer während zweier Wochen die Strassenränder des Kantons Aargau schmückte. Dafür und für alle anderen angefallenen Freiwilligenarbeiten möchte sich das OK nochmals ein letztes Mal von ganzem Herzen bei allen bedanken, die in irgendeiner Weise einen Beitrag zum Gelingen dieses kleinen, aber feinen Anlasses geleistet haben. Das ist alles andere als selbstverständlich.
«Nach zehn Jahren ist aber auch mal gut», findet Sven Fischer. «Wir wissen zwar, dass es heutzutage leider immer schwieriger ist, Menschen zu finden, die sich ehrenamtlich und mit Herzblut für etwas einsetzen. Doch wir würden uns freuen, wenn sich jemand die gleichen Gedanken machte wie wir vor zehn Jahren: Dass es nämlich unglaublich schade wäre, diesen traditionellen und sympathischen Anlass einfach sterben zu lassen.»
Startmöglichkeit nutzen
Wer es nicht verpassen möchte, dem vorerst letzten Fuller Dorftriathlon beizuwohnen und eines der beliebten Finisher-Shirts zu ergattern: Auf www.fullerdorftriathlon.ch kann man sich noch bis Sonntagabend, 12. August, einschreiben. Auf die Plätze, fertig, los!