25/05/2026
Sportmagazin Unterwegs präsentiert:
Ferrara Calcio Ars et Labor 0-1 Santegidiese 1948, 24.5.2026
Das sind sie wieder, die Quintessenz des italienischen Fußballs. Die Play Offs, die Krönung einer jeder Saison bevor das alljährliche Sommertheater um Lizenzverweigerungen, Vereinsauflösungen und Neugründungen losgeht. Begeisterung, Spieler und Funktionäre die total ausrasten, volle Kurven und kaum Reiseverbote. Es gab und gibt keine besseren Momente als die Monate Mai und Juni.
So gesehen gestern in Ferrara, beim Hinspiel des Play Off Nazionale der Eccellenza (5. Liga).
Die norditalienische Renaissance-Stadt Ferrara in der Emilia-Romagna und das Burgenland in Österreich sind ja bekannterweise zwei geschichts- und kulturreiche Regionen. Aufgrund des lateinischen Ursprungs von Ferrara (Ferrum = Eisen) könnte man durchaus einen Zusammenhang mit unserer Hauptstadt herstellen: "Eisenstadt am Fluss Po", was wiederum eine amüsante Eselsbrücke zur burgenländischen Landeshauptstadt Eisenstadt ist. Rot und Gelb sind aber nicht nur unsere Landesfarben, es sind auch die der gestrigen Gäste!
Die Curva Settore Franco Mirti aus Sant´ Egidio alla Vibrata (ja die heißen wirklich so) war also in Ferrara zu Gast. In ihrem Spiel des Lebens tischten sie mit voller Kapelle auf und rockten den Ospiti mit gut 700 Mann, Frau und Kind! Da der Ort nur knapp 9.000 Einwohner hat spricht diese Quote für sich. Und wer die Qualität der Kurve in Frage stellen will oder noch nie was von ihnen gehört hat dem sei erzählt das sie Freundschaften mit so Kalibern wie Ascoli, Giulianova, Acireale und gerne auch Chieti pflegen.
Es war aber auch ein Sieg in Ferrara, wo bis vor einigen Jahren noch die Fußballchampions der Serie A spielten.
Mit diesem 0:1 Triumph sicherte sich Santegidiese die Chance auf die Qualifikation für die zweite Runde der nationalen Playoffs der Eccellenza. Coulibay erzielte in der zweiten Halbzeit das Tor, dem ein Zittern vor über 6.000 (!) Zuschauern bis zum Ende folgte. Diesen lucky Punch zeigen wir natürlich in unserem kurzen Videoclip.
Spal Ferrara hingegen spricht von angeblichen Fehlern des Linienrichters, der zwei nicht vorhandene Abseitsstellungen bei Cozzari und Barazzetta angezeigt hat und damit ebenso viele Tore der Biancazzurri aberkannt hat. „Sicherlich braucht man im Fußball wie im Leben Glück“, sagte Andrea Censori, der Assistent von Roberto Cappellacci, Trainer der Giallorossi, „dann ist klar, dass in solchen Spielen auch Einzelereignisse den Unterschied ausmachen. In der ersten Halbzeit hatten wir den Ball gut unter Kontrolle, auch wenn ich mich an höchstens ein, zwei klare Torchancen erinnere. Zwei starke Mannschaften, ein bedeutendes Stadion, es war schön, dort zu spielen. Wir haben es gut geschafft, im Spiel zu bleiben, uns nicht von Hektik, Nervosität und dem Drang, den Ball zu halten und unser Spiel durchzuziehen, mitreißen zu lassen. Dann hatten wir Glück bei der Tor-Situation und auch bei den beiden Vorfällen, die ich ehrlich gesagt nicht gesehen habe. Aber Glück gehört beim Fußball nun einmal dazu. Sicherlich hat die Hitze in diesem Spiel eine Rolle gespielt. Die Tatsache, dass wir gegen eine so starke Mannschaft wie Spal, die neben starken Spielern, die von Beginn an spielen, auch viele Einwechselspieler hat, zu zehnt (wegen roter Karte) geblieben sind, hat im Laufe des Spiels einen großen Einfluss gehabt.“
Der Sieg verschafft Santegidiese einen zusätzlichen Vorteil für das Rückspiel: „Ich sage nicht, dass wir als Favoriten ins Spiel gehen, wir gehen auf Augenhöhe ins Spiel, so wie wir es vor dem heutigen Tag waren. Wir wissen, dass es 90 sehr schwierige Minuten werden, und wir werden mit unseren Mitteln und unserer Spielweise versuchen, SPAL auch im Rückspiel in Schwierigkeiten zu bringen“.
Quelle der Interviews:
www.abruzzopopolare.com
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