11/09/2026
Vor kurzem war ich mit Ylva im Tierpark. Wir haben einiges gefilmt.
Im Reel siehst du 20 Sekunden davon. 20 Sekunden, in denen Ylva ruhig bleibt und sich gut regulieren kann.
Ich habe dir bewusst diese Ausschnitte gezeigt. Und weißt du was? Ich möchte dir heute etwas sagen, das man auf Social Media leicht vergisst.
👉 Du siehst nie die ganze Geschichte.
Du siehst einen Ausschnitt der Geschichte. Einen sorgfältig ausgewählten Teil von dem, was tatsächlich passiert ist.
Das ist bei meinem heutigen Reel so und bei vielen anderen Accounts, durch die du scrollst.
Spannend wird es aber, wenn wir denselben Mechanismus auf unsere Hunde übertragen. Denn da machen wir häufig genau das Gegenteil.
🐕 Wir erinnern uns nicht an die vierzig Minuten, in denen der Spaziergang völlig unspektakulär war. Genauso wenig daran, dass unser Hund entspannt geschnüffelt hat, ansprechbar war oder locker an anderen Hunden vorbeigegangen ist.
Wir erinnern uns an die EINE Begegnung, die eskaliert ist. An den EINEN Hund, den er angebellt hat.
☝️ Und je öfter unser Kopf uns diese Geschichte wiederholt, desto mehr fühlt sie sich wie die einzige Wahrheit über unseren Hund an.
Dabei ist dieser eine Moment genauso wenig die ganze Wahrheit über deinen Hund, wie meine acht Sekunden im Reel über Ylva.
Mein Reel zeigt die schönsten Momente. Dein Kopf speichert vielleicht die schwierigsten. Beides kann wahr sein und beides kann gleichzeitig ein ziemlich verzerrtes Bild ergeben.
🫶 Vielleicht lohnt es sich deshalb, beim nächsten Spaziergang einmal bewusst nach den vielen Sekunden zu suchen, die sonst untergehen. Nach den vielen Momenten, in denen dein Hund etwas gut gemacht hat. In denen er sich selbst reguliert hat und in denen etwas funktioniert hat, was vor ein paar Wochen noch schwierig war.
➡️ Welcher Moment würde in deinem Kopf gerade den ganzen Spaziergang überschatten? Und welcher schöne Moment würde dabei völlig untergehen? 👇