28/04/2024
Wiener Akademik gegen Union 12, ein Kampf der Generationen. Auf der einen Seite die Gastgeber, ein Durchschnittsalter von 14, hungrig und laufstark. Auf der anderen Seite wir. Die gestandene Routine, gezeichnet vom Leben und dem Alkohol am Vorabend, mit einem Sturmduo, das mit zwei gesunden Oberschenkeln auflief, aufgeteilt auf Cindea und Lou.
Die Schulter war aufgrund des Sieges in der Vorwoche aber breiter als Vizeobmann Szeidermann jeden Samstag. Und das sah man auf dem Feld (Die breite Schulter, nicht Trunkenbold Szeidermann). Der Spielaufbau von Akademik endete zumeist im brachialen Mittelfeld bestehend aus Glaser und Weigelhofer. Und der dadurch entstehende Druck der Bestie war größer als am Morgen nach einem KFC 30er Bucket und 8 Bieren. Da scheißt dich an. Die größte Chance in der Anfangsphase hatte Wittmann, der nach einem weiten Cindeaeinwurf plötzlich alleine im Fünfer zum Abschluss kam, den Ball aber nicht richtig traf und nur an die Latte bringen konnte.
Die nächste Möglichkeit startete mit einem langen flachen Ball auf Lou, bekannt für seine Kaltschnäuzigkeit auf diesem Platz, der ihn behauptete und aus der Drehung im Fallen in die Spitze beförderte. Die Redaktion ist begeistert von diesem Mann. Und in der Spitze? Da lief wie so oft Cindea genau in die Schnittstelle und schloss vor dem Tor eiskalt flach ins linke Eck ab. Der nächste wichtige Treffer für den Mann der Stunde. Zum ersten Mal von vielen an diesem sonnigen Tag war die Dose geöffnet. Halilovic, Lou und Cindea fanden weitere Topchancen vor, scheiterten aber an der eigenen Präzision. Hervorzuheben sei ein Sololauf Cindeas, der an der Torauslinie gleich zwei Gegner wie Schulkinder aussehen ließ. To be fair, das sind sie vermutlich auch. Der anschließende Ball nach hinten ging aber an 8 Unioner-Beinen vorbei und so blieb es beim 1:0.
Nur eine knappe Führung trotz eindeutiger Dominanz nahm die Union mit, der Anfang der zweiten Halbzeit roch aber nach Spielentscheidung, wenngleich das möglicherweise auch an den wohlriechenden golden Getränken in den Händen der Fans im wieder einmal prallgefüllten Gästesektor lag. In Minute 47 dann Eckball für die Union. Weigelhofer, der so oft in dieser Partie bereits den richtigen Riecher hatte, schlug die Flanke weit in den 16er. An Freund und Feind vorbei. Bis da plötzlich Ereiz stand und das Ding mit dem Gemächt über die Linie drückte, was er auch laut und wiederholt skandierte. Wir hatten sie an den Eiern. Zumindest zwischenzeitlich. Die Bestie nutze die vielen Räume gut und hätte die Partie durchaus entscheiden können. Glaser kam nach einem weiteren Zaubercorner frei zum Abschluss, setzte den Volley aber drüber. Die ledierten Oberschenkel hingen am seidenen Faden, Lou musste runter, Cindea etwas später auch. Dazwischen kam, was kommen musste. Das 2:1 aus der ersten gefährlichen Aktion. Und was ein Kantersieg hätte sein können, wurde zur Zitterpartie. Der unmenschlich niedrige Ruhepuls Dorfstätters rettete die Union in der Schlussphase mehrmals. Und das trotz einiger gefährlicher Schnittbälle und ein paar weniger gefährlichen Morddrohungen. Weniger ruhig aber ebenso effektiv war Hitzkopf-Giraffe Gasser. Komplettiert durch einen auch defensiv starken Ereiz und einen erneut souverän auftretenden Besic gab's eigentlich kaum ein Durchkommen durch die Viererkette. Zweimal gelang es dann doch noch, da war aber Gutmann so schnell zur Stelle als gäbe es irgendwo Freibier. Die Partie, im Grunde schon vorbei, wurde noch ein letztes mal hitzig, als zwei Spieler der Gastgeber die pubertären inneren Dämonen siegen ließen und in der Nachspielzeit handgreiflich wurden. Weil 2 rote nicht reichten, beschloss der ausgewechselte Cindea ebenfalls das Feld zu stürmen. Weit kam er nicht, denn der schlichtende Linienrichter schickte ihn gleich wieder zurück zur Bank und gab ihm noch die gelb-rote Karte als Andenken mit. Dann war's auch schon vorbei und die Union startet endlich wieder eine Serie. Wir sind unbesiegbar. Gemma Union.