20/07/2024
🔸MENTAL TENSEGRITY: "Ja, und..." statt "Nein, aber..."🔸
Wir alle sind in unserem (Pferde-) Alltag immer wieder mit herausfordernden Situationen aller Art konfrontiert, die wir in dem Moment gerade nicht ändern können. Seien es Meinungsverschiedenheiten mit Personen in unserem Umfeld, Erkenntnisse über die eigene Unzulänglichkeit (oder die von anderen 😉)...bis hin zu schwerwiegenden Diagnosen oder Schicksalsschlägen.
Um in solchen Situationen nicht stecken zu bleiben, sondern aus der Krise (ob klein oder groß) wieder herauszufinden, braucht es Fähigkeiten wie Akzeptanz und Flexibilität - es gilt, den Fokus bewusst zu wählen und ins sinnvolle Weitermachen zu kommen.
Ein Tool, das dabei sehr hilfreich sein kann, stammt aus dem Improvisations-Theater:
Das sogenannte "Ja, und-Prinzip", bei dem die Regel besagt, dass man auf jede Aussage des Mitspielers mit "Ja, und..." reagiert, so an dessen Aussage anschließt und den Gedanken fortführt. Es geht dabei darum, gegebene Situationen nicht infrage zu stellen, sondern vorbehaltlos anzunehmen und von dort aus weiterzudenken - um den Spielfluss nicht zu blockieren.
Die wichtigste Regel ist hier: Der Spielfluss muss weitergehen, es muss weitergespielt werden.
Das heißt: Kein Widerstand, keine Diskussionen – denn das alles ist verlorene Energie und vertane Zeit - wir wissen ja: Energie folgt dem Fokus ☺️
Das "JA" zu Beginn des Satzes/Gedanken lenkt den Fokus bereits in eine positive Richtung (und signalisiert dem Gegenüber, gehört und akzeptiert zu werden), das "UND" macht Platz für weiterführende Möglichkeiten (und schafft eine ganz andere Energie als Widerspruch in Form eines "ABER")
In der Kommunikation mit einem Gegenüber (und das kann auch der INNERE Kritiker, Skeptiker,...sein 😉) kann über den "Ja, und"-Anschluss dann sehr gut, elegant und meist widerstandsfreier auch auf eigene weiterführende Ideen hingeleitet werden.
So können viele Möglichkeiten und somit Kreativität entstehen, der Fokus ist nach vorn gerichtet und darauf, in Bewegung ("im Spiel") zu bleiben und nicht ins Stocken zu kommen und sich in Diskussionen zu verlieren.
Zuhören ist bei diesem Ansatz sehr wichtig, um einen smoothen Übergang zu finden - es geht um eine gute Balance zwischen Reagieren und Agieren, zwischen Vorschlägen der Mitspieler und eigenen Ideen - Angebote annehmen und machen...erinnert irgendwie auch ans Pferdetraining, oder? 😉
All das trainiert Flexibilität im Allgemeinen und verhilft zu einer schnellen, konstruktiven Reaktion im Umgang mit unvorhersehbaren Situationen.
Stellt euch mal vor, wieviel schöner, kreativer und produktiver der Umgang miteinander würde - auch und gerade bei unterschiedlichen Meinungen, unterschiedlichen Herangehensweisen, Trainingsmethoden... - wenn wir alle mehr nach dem "Ja, und..." Prinzip kommunizieren würden 😌
Wär das nicht ein guter Vorsatz, was meint ihr? ✌️☮️