18/06/2023
Kon'nichiwa liebe Leute. Die Fat Lady ist wieder da. Ich war jetzt 5 Wochen quasi im Krankenhaus, davon mehr als eine Woche auf der Intensivstation. Es ging mir wirklich sehr schlecht und ich habe ja schon ganz kurz berichtet, aber ich erzähle euch das jetzt von Anfang an:
Der dicke alte Mann AKA „mein Besitzer“ wollte mit mir, als es endlich das Wetter erlaubte, eine kleine Runde drehen. Ja und weil er sich so lange nicht um mich gekümmert hatte und mich ganz allein in dieser dunklen Tiefgarage hat stehen lassen, bin ich eben nicht angesprungen. Aber nicht, weil ich nicht wollte, viel mehr war meine Batterie leer. Ja sowas kann vorkommen, wenn man länger in einer dunklen Tiefgarage vor sich hindümpeln muss. Jedenfalls hat der Dicke da ja schon vorgesorgt und mir ein Kabel eingebaut, mit dem er mich direkt, ohne die Batterie zu entfernen, an den Defibrilator (also das Batterieladegerät) anstecken konnte. Das hat er an einem Sonntag auch getan, zu dem Zweck schob er mich zu einer in der Garage befindlichen Steckdose und lud die Batterie auf. Alle paar Stunden kam er runter und erkundigte sich nach meinem Wohlbefinden, bzw. dem, der Batterie. Die Batterie wurde geladen und auf diesem Gerät gibt es mehrere Ladestufen. Wir waren bei der vorletzten Stufe angelangt, da kam irgend ein halblustiger Mensch vorbei, und hat einfach den Stecker vom Ladegerät aus der Steckdose gezogen! Vermutlich nur , weil es dem nicht gepasst hat, dass mein Besitzer das Ladegerät an einer HAUSSTECKDOSE angeschlossen hat. Man stelle sich vor!!! Ich hätte mit dem Hausstrom auf Kosten ALLER 81 Mieter aufgeladen weren sollen. WELCH FREVEL!!! …. Aber der Umsichtige mit-Mieter hat ja geistesgegenwärtig den Stecker gezogen und somit eine ganze Reihe Menschen vor dem möglichen Privatkonkurs gerettet. Der dicke alte Mann war ziemlich wütend, so habe ich den noch gar nicht erlebt!
Jedenfalls war dann 2 Tage später die Batterie wieder leer und musste nochmals aufgeladen werden. Diesmal klappte es aber und dann wollten wir einen Ausflug machen… Bis zur Garagenausfahrt sind wir gekommen, mir war aber schon beim Start nicht gut… Bei der Auffahrt aus der Garage verlor ich dann eine Menge Flüssigkeit, auf der mein Hinterrad auch kurzzeitig die Bodenhaftung verlor, was dann auch den dicken alten Mann veranlasst hat, zu stoppen und nachzusehen. Aus meinem Luftfilter blubberte jede Menge Flüssigkeit heraus und schon war die Ausfahrt wieder Geschichte.
Ja und dann wurde ich auf einem riesigen gelben Auto gefesselt und weg gebracht. (Ich habe euch schon ein Bild davon gepostet) Ich hatte riesen Angst. Das große Auto hat mich dann zum Clemens gebracht. Der ist mein Motorraddoktor, den kenne ich schon, der hat schon einige Eingriffe bei mir erledigt. Da hatte ich dann gleich etwas weniger Angst, aber Clemens hat viel zu tun, der muss immer sehr viele Motorräder gesund machen und untersuchen. So habe ich sehr lange warten müssen, bis ich endlich dran kam. Am Straßenrand musste ich stehen. Tag und Nacht. Im Regen! Im Freien!! Darüber werden wir noch reden müssen!!!
Dann hat mit ein Freund vom Clemens endlich in die Werkstätte gebracht und mich repariert. Es wurden einige Dinge repariert und auch einen umfangreichen Gesundheitscheck haben sie gemacht und mir dafür einen weißen Aufkleber aufs Gabelrohr gepickt. Das muss man jedes Jahr machen, haben sie gesagt, sonst darf ich nicht mehr auf die Straße.
Mein Besitzer ist dann sofort gekommen um mich abzuholen. Als er mich starten wollte, ging aber irgendwas schief… mein Starterrelais ist kollabiert, bzw. hat nicht mehr ausgehört zu starten! Der Dicke Mann wurde langsam aber sicher panisch, drückte den Kill-Schalter, Schaltete die Zündung aus, zog sogar den Schlüssel ab…. Aber ich wurde weiterhin lustig durchgestartet. Der Dicke lief – ähm… naja, lassen wir das so gelten- lief in die Werkstätte und MIR wurde langsam heiß. Vor allem meiner Batterie. Der Mechaniker schob mich sofort wieder in die Werkstätte und legte die Batterie frei, die sich unter lautem Zischen und Blubbern soeben in ihre Einzelteile auflöste. Der Mechaniker warf eine Decke über die Batterie und versuche sie abzuklemmen. Ich hatte Angst und wollte nur mehr sterben. Was tun die mit mir? Was passiert da?
Die Batterie kühlte dann langsam aus und starb vor sich hin. Auch ich kam wieder ziemlich nahe an meine Normaltemperatur… aber sterben wollte ich dann doch nicht mehr.
Onkel Clemens hat dann höchstpersönlich eine nagelneue Batterie von Tante Louise für mich besorgt und eingebaut. Er hat dem dicken Mann dann einige Dinge erklärt und wir sind dann nach Hause gefahren. Ich durfte endlich wieder in meine dunkle Tiefgarage und hatte nachts ein Dach über dem Kopf. Zwei Tage später fuhren wir nochmals zum Clemens, dort bekam ich dann auch sofort mein neues Starterrelais eingebaut. Es hat nur ein paar Minuten gedauert und wir sind wieder heim gedüst. Ich glaube der dicke alte Mann hatte auch eine Freude, dass wir wieder zusammen waren, denn so schnell sind wir auf dieser Stadtautobahn mit diesen vielen Autos noch nie gefahren. Es hat richtig Spaß gemacht! Endlich wieder zuhause. Nur eines ist mir aufgefallen… ich vermisse meine Ledertaschen, die normalerweise links und rechts bei meinem Popo runterhängen. Aber auch die hat er heute wieder befestigt und sogar den ganzen Krempel neu eingeräumt. Ich glaube fast, wir werden bald gemeinsam unterwegs sein. Ich gebe euch Bescheid. Versprochen!!