20/06/2026
Ich war 13, als der Magerwahn das erste Mal bei mir Einzug gehalten hat. Von da an habe ich mich immer falsch gefühlt. Nach viel Arbeit an mir, dachte ich lange, das wäre endlich auch gesellschaftlich Vergangenheit. Ein Fehler der 90er, aus dem wir gelernt haben.
Haben wir nicht.
Schau dir die Zahlen an. 97 Prozent der Models bei den letzten Fashion Weeks trugen Größe 32 bis 36. Plus Size: nicht mal ein Prozent. Die Abnehm-Spritze wird als Gesundheitsprodukt verkauft. Plus-Size-Models verlieren ihre Jobs. Auf den Websites der großen Modeketten stehen wieder fast nur dürre Körper.
Body Positivity hat verändert, wie wir reden, aber nicht, wer gezeigt wird. Kaum war der Trend vorbei, war auch das alte Ideal wieder da.
Dazwischen gab es „Strong is the new skinny". Ich habe kurz gedacht: Befreiung, war aber nur die nächste Anforderung, jetzt mit Shake-Abo und wie wir wieder auszusehen haben. Denn das Muster bleibt: Es gibt immer ein Ideal, und du erfüllst es immer gerade nicht. Oder hast du dir schon jemals länger gedacht: geil! So passt das jetzt?
Ich glaube, das ein Körper, der nie genügt, mit sich selbst so beschäftigt ist, das wir Frauen dann andere Themen gar nicht anschauen. Solange wir damit beschäftigt sind, an uns zu zweifeln, stellen wir eben auch keine unbequemen Fragen.
Ich bin damit fertig.
love, sandra. 🖤
Wenn du das liest und gerade selbst mit dem Essen oder deinem Körperbild kämpfst: Du bist nicht allein. Hotline für Essstörungen Österreich: 0800 20 11 20, kostenlos und anonym.