10/10/2024
Mit 6,5-Punkte-Linie und krankheitsbedingt geschwächt bestritt das österreichische Team die EM - unser Fazit zur B Europameisterschaft in Pajulahti, Finnland:
Die Voraussetzungen für die B-EM in Finnland waren von Anfang an nicht die besten. Zwei Tage vor Abreise wurde unser Trainer krank und konnte nicht mit nach Finnland fliegen. Dennoch reiste das Team mit der Einstellung an, den Abstieg verhindern zu können. Obwohl die stärkste Linie lediglich 6,5 Punkte anstatt der erlaubten 8 Punkte hatte, setzte das Team stets den Fokus auf das Ziel, zwei Siege in der Gruppenphase einzufahren.
Der Start in das Turnier begann mit einem weiteren Rückschlag, da neben dem Trainer nun auch ein Spieler krankheitsbedingt ausfiel. Weiter geschwächt startete die Mannschaft etwas nervös in das Spiel und geriet gleich zu Beginn in einen Rückstand gegen den Gastgeber Finnland. Doch nach einigen Minuten konnte sich das Team wieder fangen und holte den Rückstand auf. Es folgte ein Spiel mit einigen Führüngswechseln. Kurz vor Schluss sah es leider schlecht für Österreich aus, doch durch großen Einsatzwillen konnte in der letzten Minute noch einmal die Führung erzielt und beibehalten werden.
Die ganze Halle staunte, als unser Team, das in jedem Spiel als klarer Außenseiter gehandelt wurde, den Sieg holen konnte.
Das zweite Spiel fand gegen den Gruppenfavoriten Italien statt. Man erwischte einen furchtbaren Start und geriet früh in Rückstand und verlor das Spiel deutlich. Der Lichtblick in diesem Spiel war, dass der erkrankte Spieler wieder fit war und seine Leistung unter Beweis stellen konnte.
Am nächsten Tag stand das dritte Gruppenspiel gegen Tschechien an. Doch zu unserem Bedauern hielt die Krankheitswelle an und weitere Spieler waren gesundheitlich angeschlagen. Trotzdem hieß es dann „alles oder nichts“. Das Team wusste, dass ein Sieg her musste, um den Abstieg zu verhindern. Schließlich rechnete man sich im Kreuzspiel mit einem der Teams aus der anderen Gruppe wenig Chancen aus. Die Österreicher starteten gut in das Spiel und nach dem ersten Viertel stand es 14-14. Doch leider schlichen sich, wie in jeder Partie, wieder leicht vermeidbare und unnötige Fehler ein, die die Tschechen nutzten und sich letztendlich den Sieg holten.
Nach der Gruppenphase lag Österreich auf Platz 3 vor Finnland und musste im Kreuzspiel gegen Spanien ran, die in ihrer Gruppe letzter wurden. Man wusste, dass dies dennoch eine extrem schwierige Aufgabe war, da die Spanier in einer sehr ausgeglichenen Gruppe waren und bereits Polen - den späteren Gewinner dieser EM - einmal besiegen konnten.
Im Kreuzspiel gegen Spanien wurde ein ähnlich schlechter Start wie gegen Italien erwischt und die Österreicher verloren das Spiel mit deutlichem Abstand. Somit war der Abstieg besiegelt.
Am letzten Turniertag stand dann das Spiel um Platz 7 abermals gegen Gastgeber Finnland an.
Diesmal setzten sich die Gastgeber durch und unser Team beendete das Turnier leider auf dem letzten Platz.
Fazit: Mit einem zweiten Sieg in der Gruppenphase, der durchaus möglich gewesen wäre, wäre der Abstieg vermeidbar gewesen. Die Vorraussetzungen dafür waren aber denkbar schlecht. Mit lediglich 6,5 statt erlaubten 8 Punkten als erste Linie und krankheitsbedingt geschwächt, ging das österreichische Team deutlich unterlegen ins Turnier. Das heißt, es musste jedes Mal gegen körperlich überlegene Gegner gespielt werden.
Dennoch haben sich unsere Spieler tapfer geschlagen. Dass unsere Spieler dennoch mit anderen Teams zeitweise gut mithalten konnten, zeigt, welch gute Basis wir haben, auf der aufgebaut werden kann.
Nun müssen neue Spieler gefunden und ans Rugby herangeführt werden, um wieder mit einer 8-Punkte-Linie spielen zu können und sich mit anderen Teams auf Augenhöhe messen zu können.
Wäre das schwedische Team, welches letztes Jahr nicht den Aufstieg geschafft hatte, nicht für Irland nachgerückt, hätte der eine Sieg gegen Finnland sogar für den Nichtabstieg unseres Teams gereicht.
Dieses Jahr spielt das Team im November nochmals ein Turnier in Prag, auf dem der Blick schon wieder Richtung Zukunft gerichtet ist. Es wird versucht, einen positiven Abschluss für dieses Jahr zu erreichen.