27/10/2026
Wer sich für eine Möglichkeit entscheidet, muss andere loslassen.
Klingt selbstverständlich. Ist es aber häufig gar nicht.
Denn gerade bei schwierigen Entscheidungen haben wir oft mehrere Optionen vor uns, die alle etwas für sich haben. Wir haben Zeit investiert, Möglichkeiten durchdacht, uns bestimmte Entwicklungen vorgestellt und vielleicht sogar begonnen, uns mit einer dieser Vorstellungen anzufreunden.
Und dann kommt der Moment, in dem wir uns entscheiden müssen.
Für eine Möglichkeit. Und damit gegen andere.
Eine besonders interessante Frage aus dem Publikum unseres Workshops „Bessere Entscheidungen“ hat genau diesen Punkt aufgegriffen:
Wo hat im Entscheidungsprozess eigentlich das Loslassen seinen Platz? Und darf man einer verworfenen Möglichkeit auch nachtrauern?
Eine Frage, die zeigt, wie viel mehr in einer Entscheidung steckt als das sachliche Abwägen von Alternativen.
Denn mit jeder Entscheidung geben wir auch mögliche Zukünfte auf. Manchmal fällt uns das leicht, manchmal hängen wir noch lange an dem Gedanken, was aus einer anderen Option hätte werden können.
Das kann dazu führen, dass wir Entscheidungen hinauszögern, immer wieder neu bewerten oder uns gedanklich Hintertüren offenhalten.
Dabei darf auch eine gute Entscheidung mit Bedauern verbunden sein.
Wir können überzeugt sein, einen vernünftigen Weg gewählt zu haben, und gleichzeitig traurig darüber sein, einen anderen nicht gehen zu können.
Im NAVIGOS-Framework beschäftigen wir uns deshalb auch mit den Emotionen, Zweifeln und inneren Widerständen, die unseren Entscheidungsprozess begleiten.
Denn Entscheidungsfreude bedeutet nicht, dass uns jede Entscheidung leichtfallen muss.
Eine Frage, die wir aus dem Workshop gerne weitergeben möchten:
Fällt es Dir schwerer, Dich für eine Möglichkeit zu entscheiden oder die anderen Möglichkeiten endgültig loszulassen?
📸 Lukas Leonte